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2 (1876) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Befrachtung.

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Fig. 75.

wandelt. Nun werden die Spermatozoiden von den Flimmern erfasst,deren Bewegung, wie schon der Entdecker dieses Flimmerepithels, OttoBecker, wusste, von dem Hoden gegen das Vas deferens hin gerichtet

ist. Durch die Flimmerbewegung werdensie also in den Coni vasculosi fortgetriebenbis in den Canal des Nebenhodens hin.Am Anfange des Canals des Nebenhodensund sicher bis zur Mitte hin befindet sich einFlimmerepithel, das noch viel grösser istals das in den Coni vasculosi und in denDuctuli efferentes. Das in den Coni vas-culosi und den Ductuli efferentes ist demähnlich, das sichauf der Kespirationsschleim-haut und in der Nase befindet, dieses aberbesteht aus viel höheren Zellen, derenKern im unteren Drittheil liegt und dieCilien haben, welche nicht einfach wieGerten auf- und abwärts schwingen, son-dern sehr lang sind und wellenförmige Be-wegungen machen. Von diesem Flimmer-epithel werden die Spermatozoiden weiterfortgetrieben. Wie weit dasselbe beim Menschen reicht, ist nicht mitSicherheit bekannt, bei Säugethieren hat es Becker schon bis in dasVas deferens verfolgt.

Fig. 76.

Auf diese Weise gelangen die Spermatozoiden in- das Vas deferensund in die Samenblasen hinein und können, nachdem sie in den weib-lichen Organismus hineingebracht sind und freie Bewegung in der Flüssig-keit bekommen haben, die Befruchtung vornehmen.

Die Befruchtung.

Es fragt sich nun: Auf welche Weise geschieht denn die Befruch-tung ? Ursprünglich hatte man die Idee, dass ein flüchtiger Körper vondem Samen ausgehe, die sogenannte Aura seminalis, und dass dieser dieEier befruchte. Diese Ansicht war aber schon durch Versuche von Spal-lanzani erschüttert, indem dieser Befruchtung mit sehr verdünntemSamen vornahm, aber es immer nothwendig fand, den Samen in un-mittelbare Berührung mit den Eiern zu bringen. Später haben Prevostund Dumas Versuche über diesen Gegenstand angestellt und gezeigt,dass nicht nur kein flüchtiger Körper vom Samen ausgeht, der befruchtenkann, sondern dass auch die Samenflüssigkeit nicht im Stande ist zu be-fruchten, dass es die Spermatozoiden sind, welche zu dem Ei gelangenmüssen. Sie filtrirten mit Wasser vordünnten Froschsamen und fanden,dass derselbe schlechter befruchte als nicht filtrirter, und je öfter sieihn filtrirten, um so mehr nahm sein Befruchtungsvermögen ab, begreif-licherweise, weil zwar einige Spermatozoiden immer durch das Filter