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2 (1876) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Uebergang des Eies in die Tuba.

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Uebergang des Eies in die Tuba.

Das Ei selbst wird, wenn es vom Eierstocke abfällt, normalerWeise von der Tuba aufgenommen. Auf welche Weise dies geschieht, istnicht mit Sicherheit bekannt. Offenbar kann die Tuba in jenem Momente,wo sie das Ei aufnimmt, nicht die Lage haben, in der wir sie in derLeiche vorfinden, denn diese wäre dazu durchaus ungeeignet. Sie musssich aufrichten, so dass sie in innigere Verbindung mit dem Eierstocketritt. Nur eine Fimbria, die sogenannte Fimbria ovarica, reicht bis an denEierstock heran, und ihr Epithel geht sogar bisweilen unmittelbar in dasEpithel des Eierstocks über, bisweilen schiebt sich aber noch anderesEpithel dazwischen ein. Aber auf welche Weise richten sich die übrigenFimbrien in der Weise auf, dass sie einen Trichter bilden, in welchendas Ei hineinfällt? Darüber gibt es zwei Vorstellungen. Nach der erstenrichtet sich die Tuba durch Gefässcongestion, durch eine Art Erectionauf, nach der zweiten wird die Tuba durch die Contraction ihrer Muskel-fasern, und durch diejenigen in der Ala vespertilionis an den Eierstockin passender Weise herangebracht. Man hat aus dem Verlaufe dieserMuskelfasern ableiten wollen, dass, wenn sie sich zusammenziehen, dieTuba gerade so aufgerichtet wird, dass das Ei hineinfällt: aber bei ihremhöchst complicirten Verlaufe würde man auch manches Andere habenableiten können, als eben dasjenige, was man ableiten wollte.

Der Same.

Wenn das Ei in die Tuba gelangt ist, so wird es von da gegenden Uterus fortgeschoben, und auf diesem Wege oder im Uterus selbstwird es befruchtet. Die Befruchtung wird durch die Spermatozoiden aus-geführt, kleine Gebilde, die vermöge eines sogenannten Schwanzes, einergrossen Wimper, welche sich lebhaft in der Flüssigkeit bewegt, in der-selben fortgetrieben werden. Die Spermatozoiden haben bei verschiedenenThieren eine sehr verschiedene Gestalt. Die des Menschen bestehen auseinem birnförmigen Körper, an dessen dickerem Ende das Schwänzchenangesetzt ist. Man hat in diesem birnförmigen Körper noch wieder be-sondere Gebilde, einen Kern, ja sogar einen Saugnapf entdecken wollen:aber selbst mit den stärksten Vergrösserungen lässt sich an dem Körperder menschlichen Spermatozoiden keine feinere Organisation unterscheiden.Es gibt aber allerdings Spermatozoiden, welche offenbar einen complicir-teren Bau haben, als er an denen des Menschen sichtbar ist. Dies sindz. B. die Spermatozoiden des Salamanders, welche einen länglichen Körperhaben, vorn an demselben ein stachelartiges Gebilde mit einer ArtWiderhacken und hinten einen sehr langen Schweif, über welchem maneine Wellenlinie sich bei den Bewegungen des Spermatozoids fortwährendbewegen sieht. Diese Wellenlinie hat verschiedene Deutungen erfahren,bis Czermak entschieden nachgewiesen, dass auf dem Schwänzchen diesesSpermatozoids sich eine Art von Flosse befindet, ein platter Saum, der,wie die Bückenflosse eines Fisches, in Wellenform flottirt, und dadurchdiese wellenförmige Linie hervorruft.

Um die Spermatozoiden in ihrer Entwicklung zu verfolgen, müssenwir zu den Samencanälohen des Hodens zurückgehen. Diese münden be-

Fig.Fig.