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2 (1876) Physiologie der Nerven und der Sinnesorgane und Entwickelungsgeschichte
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Corpus luteum.

I

kleinen Pünktchen hervor, gleichsam wie der Seh weiss aus der Hauthervortritt.

Die Zeit, zu welcher die Menstruation eintritt und aufhört, istverschieden. Die Zeit ist im Allgemeinen früher in warmen Ländern.Nach Longet ist das Alter, in dem die Menstruation eintritt, in Warschauim Mittel 16 3 /t Jahre, in Paris 14 3 / 4 Jahre, in Marseille noch nicht 14.Es muss übrigens bemerkt werden, dass dies nicht allein vom Klimaals solchem abhängt, nicht allein vom Einflüsse der Temperatur, dennauch in nordischen Gegendon werden Frauenzimmer, die einer südlichenRace angehören, früher menstruirt und entwickelt, als die Töchter desLandes. Es ist diese Beobachtung vielfach an Zigeunermädchen gemachtworden, die sich in nördlichen Ländern aufhielten. Manche halten sogarden Einfluss der Race für das Wesentliche, den des Klimas für ganzuntergeordnet, wenn nicht bedeutungslos.

Die Periode selbst tritt bei sonst gesunden Prauen meist mit ziem-licher Regelmässigkeit im Verlaufe eines Mondsmonats, also nach vierWochen ein. Man hat aus einer grösseren Anzahl das Mittel genommenund dabei eine etwas kleinere Zahl gefunden. Aber das ist eigentlichkein Gegenstand für das Nehmen einer Mittelzahl in der Weise, dassman die Angaben von einer Reihe von Frauen addirt und dann durchdie Anzahl der Angaben dividirt. Wenn man sagen will, welche Periodedie normale ist, so muss man nicht das Mittel aus den Perioden einerReihe von Frauen nehmen, sondern man muss die Periode von einerReihe von Frauenzimmern verzeichnen und diejenige Periode als dienormale betrachten, die bei der grössten Anzahl der Frauen vorkommt.Das ist offenbar die regelmässige Periode eines Mondsmonats. Das Auf-hören der Periode und damit der Beginn der Involution ist nicht genauan ein bestimmtes Lebensalter geknüpft. Manchmal beginnt es schon inden Vierzigern, manchmal tritt es erst in den Fünfzigern auf.

Die äusserlich sichtbare Menstruation ist keine nothwendige Be-dingung für das Abfallen eines Eies. Es kommt gar nicht selten vor,dass Frauen, bei welchen die Menstruation während des Säugens ausge-setzt hat, wieder geschwängert werden, so dass sie zwischen der erstenund zweiten Schwangerschaft kein einziges Mal menstruirt worden sind.Es wird ferner auch angegeben, dass Mädchen geschwängert worden seien,noch ehe eine äusserlich sichtbare Menstruation bei ihnen eingetreten,und es wird ferner angeführt, dass Frauen noch geschwängert wordenseien zu einer Zeit, wo die äusserlich sichtbare Menstruation bereitsausgesetzt hatte. Es ist begreiflich, dass der Congestivzustand im Uteruskeinen solchen Grad erreichen mag, dass Blut ausgeschieden wird, unddass nichtsdestoweniger ein Graafscher Follikel platzt, und sich ein Eiablöst, so dass auf diese Weise eine Schwangerschaft ohne vorhergehendeäusserlich sichtbare Menstruation eintritt.

Corpus luteum.

Was geschieht nun im Eierstocke, nachdem sich das Ei von dem-selben abgelöst hat? Nachdem hier die Gefässe vorher durch den Druckder Flüssigkeit im Graafschen Follikel comprimirt waren, werden sie nun