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Theorie der Tonempfindungen.
wurden und mit den Namen der inneren (d), und der äussern (c c c)Corti'schen Zellen, der Deiter'sehen Zellen (e e e), der Claudius'schenZellen (g), der inneren und äusseren Bodenzellen (hh), des innern Epi-thels (l 11) u. s. w. benannt werden. Das ganze Gebilde in seinem Zu-sammenhange wurde mit dem Namen des Corti'schen Organs bezeichnet.Dasselbe ist überdeckt von einer streifigen Membran, die den Namender Corti'schen Membran führt (siehe Fig. 64 k h). Diese Membran istbeim Meerschweinchen, dem die nach A. von Winiwarter entworfeneFigur entnommen ist, wenig entwickelt, beim Menschen dagegen vielmehr, und Einzelne glauben sogar, dass sie hier die ganze Zellenmasse,welche auf der Lainina spiralis membranacea aufliegt, überdeckt und mitder äusseren Wand in Verbindung steht. Auf Durchschnitten springt sieimmer ab, zieht sich zurück und schnellt in die Höhe, so dass manihre wahre Endbefestigung nicht mit Sicherheit darstellen kann. DieFasern des Gehörnerven treten bekanntlich in den Modiolus der Schnecke' ein und weichen von dort aus in Schraubengangform radial auseinander,um in die Lamina spiralis ossea einzutreten. In der Lamina spiralisossea bilden sie Gangiienkngeln, Fig. 64 q q, so dass dadurch eine kork-zieherförmige Zone von solchen, die sogenannte Zona ganglionaris, ent-.steht. Dann gehen die Fasern weiter, durchbohren die Lamina spiralis,treten zum Theil an die Zellen des auf der Innenseite des Steges lie-genden inneren Epithels und endigen hier nach Waldeyer, indem siesich mit den inneren Corti'schen Zellen verbinden; zum Theil aber gehensie zwischen den einzelnen Corti'schen Stegen hindurch und setzen sichmit den äusseren Corti'schen Zellen in Verbindung. Hier scheint dereigentliche Angriffspunkt der Gehörswahrnehmungen zu sein, hier schei-nen die Erschütterungen erfolgen zu müssen, von welchen der Gehörnervangeregt wird.
Theorie der Tonempfindungen.
In welcher Weise geben nun diese Erschütterungen zu Tonempfin-dungen Veranlassung? Wir kommen hier wiederum zu der Frage: Beruhendie verschiedenen Tonempfindungen auf verschiedenen Erregungszuständenin ein und demselben Nerven, oder bringt uns eine Nervenfaser, wennsie erregt wird, nur immer ein und dieselbe Tonempfindung zu, so dasswir hohe und tiefe Töne dadurch hören und unterscheiden, dass daseine Mal eine Art von Nervenfasern, das andere Mal eine andere Artvon Nervenfasern erregt wird ? Wie man in der Optik zu dem Kesul-tate gekommen ist, dass die Farbenempfindung davon herrühre, dassabwechselnd drei verschiedene Arten von Nervenfasern in verschiedenerStärke erregt werden, von denen uns jede eine besondere Farbenempfin-dung zubringt, so ist Helmholtz auch hier zu dem Besultate gekommen,dass das Empfinden verschieden hoher Töne nicht auf verschiedenenErregungszuständen einer und derselben Art von Nervenfasern, sondernauf der Erregung verschiedener Fasern beruhe, nur mit dem Unter-schiede, dass wir hier nicht blos drei Arten von Nervenfasern, sonderneine continuirliche Beihe von einer sehr grossen Anzahl von Nerven-fasern annehmen müssen, die uns alle die Empfindung von verschiedenhohen Tönen zubringen, angefangen von den tiefsten Tönen, die wir