Coliren.
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Gefässrande für die Flüssigkeit wegsam, hält das benetzte Endedes Stopfens an dieser Stelle des Randes und liisst den Tropfenam Stopfen herunterfallen. Die vom Glasstopfen abfliessendenTropfen sind aus leicht einzusehendem Grunde durchschnittlichum den fünften Teil grösser als von dem Flaschenrande, mannimmt daher 7 5 der Anzahl der Tropfen weniger. Die Tröpfe-lung verrichtet der Arbeiter stets dem Lichte zugewendet.
Nachdem die eingewogenen Flüssigkeiten durch Schüttelnvereinigt sind, welches geschieht, nachdem der Kork aufgesetztist, wird die Mixtur, wenn sie ihrer Beschaffenheit nach klaroder durchscheinend ausfallen soll, gegen das Licht gehaltenund gemustert, ob etwa kleine Unreinigkeiten, welche mituntervon Staub oder Korkabbröckelungen herrühren, darin herum-schwimmen. Ist dies der Fall, so wird die Mixtur colirt,durchgeseiht. Hierzu gebraucht man ein Golatorium oderSeihetuch, Durchseihetuch (colatorium) aus Beuteltuch (Mül-lertuch), oder aus ungebleichter Leinwand, welche jedoch nichtzu dicht gewebt sein darf, denn in diesem Falle würden schlei-mige und zuckerreiche Flüssigkeiten zu langsam oder kaumdurchfliessen. Golatorien aus Flanell sind unpraktisch, weil siewegen ihrer wollenen Fasern nie so gut gereinigt werden könnenals leinene und sie auch zu viel von der Flüssigkeit aufsaugenund zurückhalten. Die Golatorien für Mixturen haben eine Grössevon 100 bis 150 Q.-Centim. und sind gesäumt. Zu gefärbtenMixturen werden besondere gehalten. Der Receptar hat sich,ehe er sich des Colatoriums bedient, von der Reinheit desselbenzu überzeugen. Er klopft es zur Vorsicht mit den Händen aus,um etwa daran hängende Staubfasern zu entfernen. Sind schlei-mige oder zuckerreiche Mixturen zu coliren, so ist es gut, dieMitte des Colatoriums mit etwas Wasser zuvor zu befeuchten.Dass ein jedes neue Golatorium vor dem Gebrauch mit heissemWasser auszuwaschen ist, um die Leinwand von der Schlichtezu befreien, versteht sich von selbst. Die Reinigung der ge-brauchten Colatorien geschieht mit Wasser, welchem etwas Soda-lösung zugesetzt ist, hierauf mit reinem Wasser.
Schwimmen in der Mixtur etwa nur einige wenige grössereUnreinigkeiten, wie Korkstückchen, Zeugfasern, Papierschnitzchen,so giesst man sie durch ein Stück ausgewaschener Gaze oderdurch ein nur lose zusammengelegtes Bäuschchen gewaschenerGaze oder lockerer Glaswolle (wenig geeignet ist hier ein Baum-wollenbäuschchen), welches man in einen Kropftrichter (vergl.S.57),gesteckt hat. Auch ein gewöhnlicher kleiner Filtrir-Glastrichter