Druckschrift 
Die Philosophie der Chemie : Vorlesungen, gehalten im Collège de France
Entstehung
Seite
167
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^J-

lö7

klarten, was Beobachtung die Menschen gelehrt halte,sondern sogar alles, was die lebendigste Einbildungskraftsich erscballen konnte.

Wie sollte man nicht verführt werden, wenn seihstzar Zeit, als Scheele und Priestley die Versuche ihrerTheorien wagten, Lavoisier in Frankreich sieb erhob,und die einfachen, aber feierlichen Worte aussprach:

Das Phlogiston existirt nicht;

Die Feuerluft, die dcpblogistisirte Luft, ist ein ein-lacher Körper;

Dieser ist es, welcher sich mit den Metallen ver-bindet, wenn ihr sie calcinirt;

Er ist es, welcher den Schwefel, den Phosphor, dieKohle in Säuren verwandelt;

Er macht den wirksamen Theil der Luft aus; ernährt die Flamme, welche uns leuchtet, den Hcerd,welcher uns die Speisen liefert;

Er verwandelt beim Albnien der Thiere ihr venö-ses Blut in arterielles, indem er gleichzeitig die Warmeentwickelt, welche jenem eigenthümlicb ist;

Er bildet einen wesentlichen ßestaudtheil der ganzenErdoberfläche, des Wassers, der Pflanzen und Thiere ;

Bei allen Naturerscheinungen gegenwärtig, unauf-hörlich in Bewegung, nimmt er tausend verschiedeneGestalten an; aber dennoch verliere ich ihn nie aus demGesicht, und kann ihn stets nach Gefallen wieder er-scheinen lassen, wie verborgen er auch sei;

In diesem ewigen, unvere

ien Sein.

:lcb

seine Bolle verändern, aber nichts gewinnen, noch ver-lieren kann, welches meine Wage verfolgt und immerals dasselbe wieder findet, mufs man das Bild der Ma-terie im allgemeinen erblicken ;

Denn alle Arten der Materie tbcilen mit ihm dieseGrundeigenscbaften und sind gleichwie er ewig, unver-gänglich; sie können, wie er, ihren Platz verändern,

Tt