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Die Philosophie der Chemie : Vorlesungen, gehalten im Collège de France
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~ iäu.

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jetzt, finden wir Menschen, welche sagen: Je mehrFakta ich entdecke, um so weniger begreife ich sie,und andere seltenere, welche das Recht erlangt haben,zu sagen: Je mehr Thatsnchen ich auffinde, um somehr befestigen sie meine Meinungen.

Sie werden mich aber ohne Zweifel fragen, ob La-voisier's Theorie, jene Theorie, welche man ihm heut7,u Tage einstimmig zuschreibt, nicht irgend eine derReklamationen zur Folge gehabt hat, welche in derWissenschaft so gewöhnlich sind. Sie haben Recht, denndie Vortrefliichkeit der Resultate, die zuvor nicht ge-kannte Schürfe seiner Versuche, erregten eifersüchtigeBlicke auf ihn, und zogen ihm das Schicksal zu, wel-ches allen Entdeckern von hohem Range droht. Solange seine Ideen verborgen blieben, sagte man nichts;zur Zeit aber, als seine Theorie mächtig zu werden be-gann, suchte man ein Werk hervor, worin diese Theoriein ihren wesentlichen Grundzügen dargestellt sein sollte.Es ist dies ein Gegenstand, von dem wir täglich Zeuge sind.Wenn man eine neue Idee ankündigt, so finden sichgewisse Geister, welche alsbald behaupten, dafs sie un-richtig sei; wenn man ihnen dann bewiesen hat, dafssie wahr ist, so trösten sie sich damit, dafs sie sagen,sie sei nicht neu, und beweisen dies leicht, denn es istimmer möglich, wenn man die älteren Dokumente zuRathe zieht, darin irgend eine Idee aufzufinden, welchesich mehr oder weniger den Meinungen nähert, die manbestreitet. Dies ist auch Lavoisier begegnet.

Im J. 1630, zu einer Zeit, als Salomon de Causseine Versuche über den Wasserdampf bekannt machte, be-sehrieb Jean Re]', ein Arzt in Perigord eine Versuche überdie Gewichtszunahme der Metalle beim Calciniren. DieseGewichtsvermehrung war seit den ältesten Zeiten derChemie bekannt. Geber spricht davon im achten Jahr-hundert als von einer ganz ausgemachten Sache, insbe-