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Siebente Vorlesung.
L. Lapicque !) hat gegen meine Hypothese geltend gemacht, dassgewisse Negerstämme, die sich kein Kochsalz verschaffen können,statt dessen zu [ihrer vegetabilischen Nahrung eine Pflanzenaschehinzufügen, die hauptsächlich aus Kalisalzen besteht. Ich kann meineHypothese durch diese Thatsache nicht als widerlegt ansehen. Wider-legt wäre sie erst dann, wenn jene Neger von klein auf die Wahlhätten zwischen Kochsalz und Kalisalz und dennoch den Kalisalzenden Vorzug gäben. Wenn sie aber nur aus Noth zu den Kalisalzengreifen, so handelt es sich vielleicht blos um eine Verimmg desInstinktes, die nicht ohne Analogie wäre. Ein Mensch, der zurStillung des Durstes statt des Wassers immer nur alkoholische Ge-tränke erhalten hat, zieht diese dem Wasser vor, obgleich sie denDurst nicht stillen, sondern steigern.
Den Gehalt der verschiedenen vegetabilischen und animalischenNahrungsmittel des Menschen und der Thiere an Kali und Natrontiberschaut man auf der folgenden Tabelle.
Tabelle I.
Auf 1000 Gewichtsikeile Trockensubstanz kommen:
Nach aufsteigendem Kaligehalte
geordnet:
Nach aufsteigendem Natron-gehalte geordnet:
K 2 0
NajO
Na 2 0
1
0,03
Reis.....
0,03
Kinderblut. . .
2
19
Aepfel ....Bohnen ....
0,07
Hafer \
0,13
Weizen 1Koggen ( • ■ •
5-6
0,1—0,4
Erbsen ....Klee.....
0,170,17
Gerste j
Hafer \
Hundemilch . .
5-6
2—3
Weizen [
0,1-0,4
Frauenmilch. .
5-6
1-2
Gerste | ' * '
Aepfel ....
11
0,1
BoggenJ
Erbsen ....
12
0,2
Kartoffeln . . .
0,3—0,6
Herbivorenmilch
9—17
1—10
Wiesenheu. . .
0,3—1,5
Wiesenheu. .
6—18
0,3—1.5
Frauenmilch. . j 1—2
Rindfleisch. .
19
3
Hundemilch . . j 2—3
Bohnen ....
21
0,1
Herbivorenmilch 1—10
Erdbeeren . . .
22
0,2
Rindfleisch. . . 3
Klee.....
23
0,1
Rinderblut. . . 19
Kartoffeln . . .
20—28
0,3—0,6
Aus der Tabelle II ersieht man, dass das Baubthier, welchessich von ganzen Thieren nährt, Kali und Natron stets nahezu inäquivalenten Mengen aufnimmt. Dieses gilt nicht blos von den Säuge-
1) L. Lapique, L'Anthropologie. Mars 1896. p. 35.