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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Siebente Vorlesung.

der Einwohner im Innern so sparsam mit diesem köstlichen Artikelversehen ist, dass, wenn man von einem Manne sagt:Er isst Salzzur Mahlzeit"", man dadurch andeutet, dass er ein reicher Mann ist.Ich selbst habe die Seltenheit dieses Naturproductes schmerzlichempfunden. Der beständige Oenuss vegetabilischer Nahrung erregt eineso schmerzliche Sehnsucht nach Salz, dass sie sich gar nicht genug be-schreiben lässt." An der Sierra-Leone-Küste war die Begierde derNeger nach Salz so gross, dass sie "Weiber, Kinder und Alles, wasihnen lieb war, weggaben, um es zu erhalten.

Die In dianer stamme Nordamerikas waren zur Zeit der Ent-deckung bekanntlich Jäger und Fischer. Dem entsprechend ge-brauchten sie kein Salz, obgleich die Prärien Nordamerikas reichdaran sind. Nur einige Stämme am unteren Laufe des Mississippiwaren schon zur Zeit des ersten Eindringens der Spanier eifrigeAckerbauer. Von diesen wird auch berichtet, dass sie schon damalsKriege um Salzquellen geführt haben.

Die Mexikaner waren Ackerbauer und verstanden sich auf dieregelrechte Salzgewinnung. Dasselbe wird von den Eingeborenen be-richtet, die Columbus auf den westindischen Inseln antraf.

Die Hirten der südamerikanischen Pampas, welche nur vonFleisch leben und Pflanzenkost als thierisch verschmähen, gebrauchenkein Salz, obgleich die Pampas mit zahllosen Salzseen und Salzefflores-cenzen überdeckt sind. Die benachbarten Araucaner dagegen,welche schon zur Zeit der Entdeckung Amerikas Ackerbauer waren,benutzten sowohl das Kochsalz des Meeres als auch das Steinsalzder Berge.

Die Eingeborenen Neu-Hollands waren Jäger und gebrauchtenkein Salz.

Von den. Bewohnern der Osterinseln finde ich die Angabe:Die Nahrung scheint fast gänzlich aus dem Pflanzenreiche genommenzu werden." Zugleich aber heisst es:Der Einwohner der Oster-inseln trinkt mit Wohlbehagen das uns Erbrechen erregende Meer-wasser." Dasselbe wird auch von den Bewohnern der Gesell-schaftsinseln und Otaheitis angegeben.

Die meisten Völker der australischen und ostindischen Inselweltleben von gemischter Kost und empfangen schon mit den Seethieren,die sie verspeisen, genügende Kochsalzmengen. Nur von einem Volkeder tropischen Inselwelt finde ich die Angabe, dass dasselbe Acker-bau treibt und fast ausschliesslich von kalireichen Feldfrüchten sichnährt. Es sind die Battas auf Sumatra. Bei diesem Volke mussdaher das Verlangen nach Salz ein sehr lebhaftes sein. Ich habelange vergeblich nach einer Angabe darüber die Keisewerke durch-