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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Die anorganischen Nahrungsstoffe. Kalk.

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als wässrige Lösung zur Ausscheidung gelangen; es müssen stets auchChloride mit diffundiren.') Es spricht dafür unter Anderem die That-saclie, dass die Diuretica zugleich auch die Chlorausscheidung steigern.

Die Epitkelzelle der Milchdrüse sammelt also aus dem ganz undgar anders zusammengesetzten Blutplasma alle organischen Bestand-teile genau in dem Gewichtsverhältnisse, in welchem der Säugling ihrerbedarf, um zu wachsen und dem elterlichen Organismus gleich zu werden.

Diese eine Thatsache ist hinreichend, alle bisherigen Versucheeiner mechanischen Erklärung der Drüsenthätigkeit zu widerlegen.Mau darf auch nicht etwa einwenden, die Milchsecretion richte sichnicht nach der Zusammensetzung des Säuglings, sondern umgekehrt,der Säugling baue seine Gewebe auf entsprechend der Zusammen-setzung der Milch. Denn die eingeäscherten jungen Hunde waren nur4 Tage alt, waren also bereits mit einer der Milchasche entsprechendzusammengesetzten Asche geboren. Auch finden wir eine ähnlicheZusammensetzung der Gresammtasche bereits bei den niederen Wirbel-thieren, welche keine Milchdrüsen haben.

Wir wissen also genau, welcher Salze das wachsende Säugethierbedarf, und in welcher Menge jedes einzelne zugeführt werden muss.Wir können daher jetzt an die Frage herantreten, ob das Kind,wenn es von der Milch zu anderen Nahrungsmitteln übergeht, auchin diesen die anorganischen Nahrungsstoffe in genügender Mengeerhält. Zur Beantwortung dieser Frage stelle ich in der folgendenTabelle die zuverlässigsten Bestimmungen der Aschenbestandtheilein den wichtigsten Nahrungsmitteln mit den Analysen der Milch-asche zusammen. Die Nahrungsmittel sind nach aufsteigendemKalk geh alt geordnet:

Auf 100 Gewicktstheile der Trockensubstanz kommen:

Rindfleisch . .

Weizen . . .

Kartoffel . . .Hühnereiweiss.

Erbsen-.- . . .

Frauenmilch .

Eidotter . . ,

Kuhmilch. . .

K 2 0 Na,0 CaO MgO lFe 2 0 3 P 2 0 5 Cl

1,66

0.622,281,441,130,580,271,67

0,320,060,111,450,030,170,171,05

0,0290,0650,1000,1300,1370,2430,3801,51

0,1520,240,190,13

0,220,050,060,20

0,02

0,026

0,042

0,026

0,024

0,003

0,040

0,003

1,830,940,640,200,990,351,901,86

0,28?

0,131,32

?

0,32

0,351,60

1) Nur unter pathologischen Bedingungen, in gewissen fieberhaften Krank-heiten, namentlich bei der Pneumonie, fehlen bisweilen die Chloride im Harn.Siehe hierüber Vorles. 28, Schluss.

2j Der Chlorgehalt der Cerealien und Leguminosen ist bisher niemals richtig-bestimmt worden. Die gefundenen Werthe sind viel zu niedrig. Siehe hierüberBehaghel von Adlerskron, Zeitschr. f. analyt. Chemie. Bd. 12. Hft. 4. 1873.