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Siebente Vorlesung.
Von hohem Interesse wäre es, die Zusammensetzung' der Milch-asche und der Gesammtasche des Säuglings zu vergleichen. Leideraber besitzen wir keine Analyse der Gesammtasche eines menschlichenSäuglings. Eine vergleichende Analyse der Hundemiichasche und derGesammtasche eines saugenden, 4 Tage alten Hundes ergab die fol-genden Zahlen '), die ich mit einer Analyse der Blutasche zusammen-stelle. Ich füge auch noch die Analyse der Gesammtasche eines saugen-den jungen Kaninchens und einer saugenden jungen Katze hinzu:
100 Theile Ascheenthalten
SaugendeKaninchen
junge ThiereHund Katze
Hunde-milch
Hundeblut
Hunde-blutserum
K 2 0.....
Na 2 0 ....
CaO.....
MgO.....
Fe 2 0 3 ....
P 2 0 5 .....
Cl......
10,86,0
35,02,20.23
41,94,9
8,5
8,235,8
1,6
0,3439,8
7,3
10,1
8,334,1
1.5
0.2440,2
7,1
10,76,1
34,41,50,14
37.5
12,4
3,1
45,0
0,9
0,4
9,4
13,3
35,0
2,452,12,10,50,125,947,0
Die Zusammenstellung ergiebt das überraschende Resultat, dassdas Verhältniss der verschiedenen anorganischen Stotfe zu einanderin der Milch fast genau dasselbe ist wie im Gesammtorganismus desSäuglings. Die Uebereinstimmting ist um so auffallender, als die quan-titative Zusammensetzung der Blutasche eine ganz und gar andere ist.Die Epithelzelle der Milchdrüse aber bezieht ihre Nahrung nicht direetaus dem Blute, sondern aus den diffundirten Bestandtheilen derZwischenfiüssigkeit und in dieser ist die Zusammensetzung der Aschenoch weit abweichender. Dass die Milchasche etwas kalireicher undnatronärmer ist als die Gesammtasche des Säuglings, lässt sich teleo-logisch erklären: das wachsende Thier wird nämlich — wie ich durcheine Reihe von Analysen gezeigt habe 2 ) — relativ immer kalireicherund natronärmer; es hängt dies wahrscheinlich mit der relativen Zu-nahme der kalireichen Muskeln und der relativen Abnahme der natron-reichen Knorpel zusammen. Der höhere Chlorgehalt der Milch erklärtsich vielleicht daraus, dass die Chloride nicht blos zum Aufbau derOrgane dienen, sondern auch zur Bereitung der Verdauungssecreteund dass die mit den Verdauungssecreten in den Darm gelangtenChloride nicht wieder vollständig resorbirt werden. Es scheint ferner,dass die Chloride auch bei der Nierensecretion eine Rolle spielen. Diestickstoffhaltig*en Endproducte des Stoffwechsels können nicht einfach
1) Btjngb, 1. c. S. 326 und Du Bois' Archiv. 1886. S. 539.
2) Bunge, 1. c. S. 324.