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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Siebente Vorlesung.

Die anorganischen Nahrungsstoffe.

Bei unseren bisherigen Betrachtungen über die Nahrungsstofl'esind noch ganz unberücksichtigt geblieben die anorganischenXahrungsstoffe: die Salze und das Wasser.

Bei der Beurtheilung der Frage nach dem Bedarf des Menschenan anorganischen Salzen haben wir streng zu unterscheidenzwischen dem noch im Wachsen begriffenen und dem. ausgewachsenenOrganismus. Dass der erstere zum Aufbau seines Körpers der an-organischen Salze in grosser Menge bedarf, ist a priori klar. DieQualität und Quantität dieses Bedarfes erkennen wir am besten ander Zusammensetzung der Milch. Ein 67 kg 1 ) schwerer mensch-licher Säugling nimmt täglich ungefähr einen Liter Milch auf. Darinsind enthalten 2 ):

K 2 0 ........ 0,78 g

Na 2 0........ 0,23

CaO ........ 0,33

MgO ........ 0,06

Fe 2 0 3 ........ 0,004,,

P 2 0 5 ........ 0,47

Cl ......... 0,44

1) Dieses Gewicht erreicht der Säugling gewöhnlich im sechsten Monat. Ichhabe für die obige Tabelle dieses Stadium gewählt, weil man dadurch zu sehranschaulichen Zahlen gelangt. Man braucht an den Zahlen nur das Komma umeine Stelle nach rechts zu verrücken, um die Menge anorganischer Stoffe zu er-fahren, deren ein Erwachsener bedarf, unter der Voraussetzung, dass der Bedarfdem Körpergewicht proportional ist. Die so gewonnenen Zahlen haben jedoch nureinen Werth als Maximalzahlen. Die weiteren Betrachtungen (S..95100) machenes wahrscheinlich, dass der Bedarf des Erwachsenen an anorganischen Nahrungs-stoffen weit geringer ist.

2) G. Bunge, Zeitschr. f. Biolog. Bd. 10. S. 316. 1874.