Die organischen Nahrungsstoffe. Nueleine. Cholesterin.
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laichen. Der Eierstock wächst während dieser Wanderung von 0,4auf 19— 27% des Körpergewichtes. Die Wanderung dauert 4—14Monate. Während dieser ganzen Zeit nehmen die Thiere keine Nah-rung auf; der Verdauungskar.al wird stets leer gefunden. Das Mate-rial zur Bildung der Eierstöcke kann daher nur von der Körpermus-culatur geliefert werden, welche die Hauptmasse des Körpergewichtesausmacht. Miescher zeigte durch vergleichende Bestimmungen anExemplaren mit gleich langer Wirbelsäule, dass die Muskeln in demMaasse schwinden, als die Ovarien sich entwickeln, und dass dergrosse Seitenrumpfmuskel allein an Masse und an Eiweissgehalt hin-länglich abnimmt, um die Zunahme des Ovariums zu decken. DieEier sind nun sehr reich an Nuclein und Lecithin, der Muskel da-gegen arm an diesen Verbindungen. Wohl aber findet sich im Muskelreichlich Phosphorsäure in anderer Form, vielleicht als Kalisalz andie Eiweisskörper locker gebunden. Miescher schliesst daraus, dass„aus dem Eiweiss, dem Fett und den phosphorsauren Salzen derMuskeln durch die eingreifendsten chemischen Unilagerungen dieneuen für das Ei charakteristischen Combinationen entstehen".
Zu den unentbehrlichen organischen Nahrungsstoffen des Men-schen gehört vielleicht auch das Cholesterin. Das Cholesterin istwie die Lecithine und Nueleine ein normaler Bestandtheil aller pflanz-lichen und thierischen Gewebe und der Milch. 1 ) Auch vom Chole-sterin wissen wir nicht, ob es nur in der Pflanze entsteht und mitder Pflanzennahrung direct (beim Pflanzenfresser) oder indirect (beimFleischfresser) in den Thierkörper gelangt, oder ob es auch aus an-derem Material im Thierkörper sich bildet. Das Cholesterin hat mitden Lecithinen und Fetten die Unlöslichkeit in Wasser, Löslichkeitin Aether und Alkohol gemein, unterscheidet sich aber durch die Un-löslichkeit in siedender Kalilauge: es kann rieht „verseift" werden,denn es ist keine ätherartige Verbindung, sondern ein einwerthigerAlkohol von der Zusammensetzung: C 27 H 4 ,,OH. Die chemische Con-stitution dieser Verbindung ist nicht bekannt.
Welche Schicksale das Cholesterin im Organismus erleidet, wissenwir nicht. Mit der Galle (s. Vorles. 12) werden zwar beständig er-hebliche Mengen Cholesterin in den Darm entleert, wir wissen abernicht, ob dieses Cholesterin präformirt in der Nahrung enthalten waroder aus anderem Material im Organismus gebildet worden ist. Inden Fäces des Menschen erscheint das Cholesterin nicht unverändert,sondern als Dihydrocholesterin. Es hat an der ungesättigten Stelle
1) Toi.jrATSciiEFF. Med. ehem. Unt. von Hoppe-Seyler. Hit. 2. S. 2,2,. 1807und Sciimidt-Müi.heim, Pflüger's Archiv. Bd. 30. S. 3S4. 18S3.