Die Nahrungsstoffe des Menschen. Eiweissstoffe.
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wird durch wenige Tropfen Brunnenwasser zur Coagulation gebracht;sie gerinnt beim Uebergiessen aus einem Glase ins andere, wenn dasG-las nicht unmittelbar vorher mit destillirtem Wasser ausgewaschenworden.')
In ähnlicher Weise, wie die Thonerde, lässt sich auch das Eisen-oxyd als blutrothe, klare, scheinbare Lösung erhalten, welche gleich-falls grosse Neigung zur Coagulation zeigt. 2 )
Gbeviaux fand, dass eine ammoniakalische Kupferoxydlösungsich ebenfalls wie eine Colloidsubstanz verhält, dass sie nicht diffun-dirt und dass sie coagulirt wird durch Verdünnen mit Wasser, durchdie Einwirkung von Magnesiumsulfat, von verdünnter Essigsäure odereiner Temperatur von 40—50 ° C. 3 )
Wie diese anorganischen Collo'idstoffe, so haben auch viele or-ganische und sämmtliche Eiweisskörper die Fähigkeit inzweiModi-ficationen aufzutreten: in der scheinbar gelösten und in dergeronnenen. Die Bedingungen, unter denen die verschiedenen Ei-weissstoffe aus der einen in die andere Modification übergehen, sindsehr verschiedener Art und bieten ein Eintheilungs- und Unter-scheidungsprincip für die sehr zahlreichen Eiweissarten. 4 ) Ein Theilderselben kann unter Umständen durch das Wasser allein in Lösungerhalten werden; zu diesen Eiweisskörpern gehört das Serum-albumin und das Eieralbumin. Ein anderer Theil der Eiweiss-arten bedarf zu seiner Lösung noch der Chloralkalien; dahin gehörendie Globuline, welche im Blute, im Muskel, im Weissen und imDotter des Hühnereies und wahrscheinlich im Protoplasmaleibe jederZelle sich finden. Bringt man Blutserum in den Dialysator, so diffun-diren die Salze, welche die Serumglobuline gelöst halten, fort, dieGlobuline scheiden sich als feinflockige Coagula auf dem Dialysatora b, das Serumalbumin aber bleibt in dem reinen Wasser gelöst. 5 )^och andere Eiweissarten werden auch durch Chloralkalien nicht in
1) Graham, 1. c. p. 207.
2) Graham, 1. c. p. 208.
3) Grimatjx, 1. c. p. 1435.
4) Durch eine vollständige Aufzählung aller Eiweisarten und ihrer unter-scheidenden Reactionen fürchte ich den Anfänger zu ermüden. Ich verweise aufden Artikel „Eiweisskörper" in Ladenburg's Handwörterbuch der Chemie. Indiesem Artikel hat E. Drechset. eine sehr übersichtliche Eintheilung und Be-schreibung der Eiweisarten geliefert nebst einer sorgfältigen Zusammenstellungder Literatur (249 Arbeiten).
ö) Aronstein, üeber die Darstellung salzfreier Albuminlösungen. Dissert.Dorpat 1873 und Pflüger's Arch. Bd. 8. 8. 75. 1873. Vergl. auch A. E. Bijrck-hardt, Arch. f. exp. Pathol. u. Pharmakol. Bd. 16. S. 322. 1883 und G. Kaüder,ebend. Bd. 20. S. 411. 1886.