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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Vierte Vorlesung.

sehr weit von einander entfernen. Dieselben schwanken nach denbisherigen Analysen der verschiedenen Eiweissarten innerhalb derfolgenden Grenzen:

c . . . .

. . . 50-55 %

H . . . .

. . . 6,67,3

N . . . .

. . . 15-19

S . . . .

. . . 0,3-2,4,,

0 . . . .

. . . 19-24

Die Eiweisskörper haben ferner alle mit einander gemeinsam,dass sie niemals im eigentlich gelösten Zustande auftreten. Klareeiweisshaltige Flüssigkeiten finden sich zwar vielfach im Pflanzen-und Thierkörper oder lassen sich künstlich darstellen. Dass aber dasEiweiss in denselben nicht eigentlich, gelöst ist, geht daraus hervor,dass es nicht durch thierische Membranen diffundirt. Derartigenur scheinbar lösliche Substanzen hat G-eaham ] ) Colloid-Stoffe(colloids") genannt.

Giesst man eine Lösung von kieselsaurem Natron zu einemgrossen Ueberschuss von verdünnter Salzsäure, so bleibt die frei-werdende Kieselsäure scheinbar gelöst. Durch Dialyse kann man nundas gebildete Chlornatrium und die überschüssige Salzsäure fortdiffun-diren lassen; in dem Dialysator bleibt eine klare scheinbare Lösungvon reiner Kieselsäure. Die Menge der Kieselsäure kann 14 °/ 0 derLösung betragen, ohne dass diese eine zähe, schwerflüssige Beschaffen-heit annimmt; sie ist leicht beweglich. Es genügt aber, durch dieseLösung ein paar Blasen Kohlensäure, zu leiten, um die Kieselsäurezur Coagulation zu bringen; sie scheidet sich als gallertartige Masseab. 2 ) Gbimaux 3 ) stellte eine 2,26 procentige Lösung von Kieselsäuredar, welche beständiger war und beim Durchleiten von Kohlensäureweder in der Kälte noch beim Erhitzen gerann, wohl aber beim Er-hitzen nach Zusatz von Kochsalz oder Glaubersalz.

Thonerdehydrat löst sich in einer wässrigen Lösung vonAluminiumsesquichlorid auf. Bringt man eine solche Lösung auf denDialysator, so diffundirt das Chlorid fort und in dem Dialysator bleibtals klare, leicht bewegliche Flüssigkeit die Lösung der reinen Thon-erde. Diese Lösung coagulirt, sobald man eine kleine Menge einesSalzes hineinbringt. Eine 2- oder 3 procentige Lösung von Thonerde

1) Th. Graham, Philosophical transactions. Vol. 151. Part. I. p. 183. 1861.

2) Graham, 1. c. p. 204.

3) Grimaux, Comptes rendus. T. 98. p. 1437. 1884.