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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Erhaltung der Kraft.

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sprach. Der Ueberschuss wurde als zur Verbrennung von Wasserstoffverbraucht betrachtet. Als Verbrennungswärme des Wasserstoffesund des Kohlenstoffes wurden die von Lavoisiee und Laplace be-stimmten Zahlen benutzt. Die so berechnete Wärmemenge wurdemit der im Calorimeter gefundenen verglichen. Sowohl Despretzals auch Dcjlong fanden die erstere Zahl kleiner als die letztere.Die berechnete Zahl betrug in den Versuchen Dulong's nur 68,8 bis83,3 °/ 0 der gefundenen, in den Versuchen Despeetz's 74,0 bis 90,4 °/ 0 .

Unter den vielen Fehlerquellen dieser Berechnung seien folgendeals die hauptsächlichsten hervorgehoben: 1. Die der Berechnung zuGrunde gelegten Zahlen von Lavoisiee und Laplace waren, wiespätere genauere Bestimmungen ergeben haben, zu niedrig. 2. DieVerbrennungswärme der Nahrungsstoffe ist nicht gleich der Verbren-nungswärme ihrer Elemente, sondern etwas geringer, weil ein Theilder lebendigen Kraft zur Trennung der Elemente von einander ver-braucht wird. 3. Die Menge der exspirirten Kohlensäure musste zugering gefunden werden, weil das Gas im Gasometer über Wasserabgesperrt war und das Wasser Kohlensäure absorbirt. 4. Die Ver-suchszeit war viel zu kurz; sie betrug 2 Stunden. Die Verbrennungs-processe und die Sauerstoffaufnahme oder Kohlensäureausscheidungsind nicht in jedem Momente proportional. Nur in längeren Zeitab-schnitten findet annähernde Proportionalität statt. Die in den Ge-weben des Körpers enthaltene Menge Sauerstoff und Kohlensäureund die Menge der Zwischenstufen der Verbrennung ist in ver-schiedenen Zeiten eine sehr verschiedene.

Mit Berücksichtigung gewisser Fehlerquellen hat später Gavab-ket l ) die Zahlen Dulong's und Despeetz's umgerechnet und stattder von dem letzteren berechneten 74,0 bis 90,4 % die Werthe 84,7bis 101,8, im Durchschnitt 92,3 °/ gefunden.

Die von den Versuchsthieren im Calorimeter ausgeführten Be-wegungen müssen fast vollständig als Wärme zur Beobachtung ge-langt sein; sie müssen sich in Wärme umgesetzt haben durch dieReibung der bewegten Organe an einander, durch die Keibung desThieres an den Wandungen des Käfigs, durch die Reibungen, welchedie fortgesetzten Erschütterungen im Wasser des Calorimeters her-vorbrachten.

In neuester Zeit ist der Nachweis der Äquivalenz der in denThierkörper eingeführten chemischen Spannkraft und der vom Thierentwickelten lebendigen Kraft mit Aufbietung aller Hülfsmittel dermodernen Technik von M. Rubneb 2 ) geführt worden. Die aus der

1) Gavarret, De la chaleur produite par les Stres vivants. 1855.

2) M. Rubner, Zeitschr. f. Biologie. Bd. 30. S. 73. 1894.