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Dritte Vorlesung.
= 0,96.
versuch und bei der Verbrennung der Kohle bei gleicher Kohlen-säureentwicklung gefundene Wärmemenge oder Eiswassermengegleich gross sein. Thatsächlich war gefunden worden:
326/75341,08
Dass die Uebereinstimmung eine so auffallende war, ist der reineZufall. Jeder, der, mit unseren heutigen Kenntnissen ausgerüstet, denVersuch beurtheüt, wird zahllose Fehlerquellen an demselben leichtentdecken. Die Hauptfehler aber waren Lavoisieb's hellem Verständekeineswegs entgangen. Lavoisieb hatte bereits entdeckt, dass nichtaller inspirirte Sauerstoff in der exhalirten Kohlensäure wiederer-scheint, und sprach bereits die Vermuthung aus, dass der verschwun-dene Sauerstoff zur Bildung von Wasser diene. Lavoisieb hatteferner bereits beobachtet, dass die Körpertemperatur der Thiere imEiscalorimeter am Schluss des Versuches geringer war als am An-fange, dass das Thier also während des Versuches zum Theil Wärmeabgab, welche aus einer vor dem Versuche stattgehabten Verbrennungstammte, also nicht der während der Versuches ausgeathmeten Kohlen-säure entsprach. Aus beiden Gründen musste die gefundene Mengedes Schmelzwassers grösser sein, als der entwickelten Kohlensäureentsprach.
Die Pariser Akademie erkannte sehr bald, dass die VersucheLavoisieb's einer genaueren Wiederholung bedurften; sie stellte imJahre 1822 eine Preisaufgabe über die Quelle der thierischen Wärme.Dieselbe fand zwei Bewerber: Despeetz und Dulong. Die ArbeitDespeetz's wurde gekrönt und erschien im Jahre 1824. J ) Die ArbeitDulong's, die nach demselben Princip ausgeführt war, wurde erstnach seinem Tode gedruckt. 2 )
Beide Forscher bedienten sich eines Wassercalorimeters. Auseinem Gasometer wurde atmosphärische Luft durch den Athmungs-raum des Thiers im Calorimeter geleitet und darauf in einen zweitenGasometer hinein. Die Menge und Zusammensetzung der zugeführtenLuft konnte also bestimmt und mit der Menge und Zusammensetzungder ausgetretenen Luft verglichen werden. Es wurde also die Mengedes verbrauchten Sauerstoffes und der gebildeten Kohlensäure be-stimmt. Die letztere war geringer, als dem Sauerstoffverbrauche ent-
1) Despbetz, Eecherches experimentales sur les causes de la chaleur ani-male. Paris 1824; auch Ann. d. chim. et d. phys. T. 26. p. 337. 1824.
2) Dulong, Memoire sur la chaleur animale. Ann. de chim. et de phys.Serie III. T. 1. p. 440. 1841. Vergl. auch Eecherches sur la chaleur, trouveosdans les papiers de M. Dulong. Ann. de chim. et de phys. Serie III. T. VIII.p. 180. 1843.