Erhaltung der Kraft.
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Verbindungen im Thierkörper wieder vereinigt, und als Endproductedieser Vereinigung werden wiederum Kohlensäure und Wasser aus-geschieden, dieselben einfachen Stoffe, welche der Pflanze als Nah-rung dienen. Die chemische Spannkraft der Nahrung ist also ver-braucht worden. Da aber eine Kraft nicht vergehen kann, so müssenwir das Auftreten einer äquivalenten Menge anderer Kräfte im Thier-körper erwarten. In der That wissen wir, dass alle Thiere erstenseine Temperatur besitzen, welche die ihrer Umgebung übersteigt,dass sie somit fortwährend Wärme erzeugen, und dass sie zweitensBewegungen ausführen, Arbeit leisten.
Die Summe der von einem Thierkörper geleisteten Arbeit undder von demselben abgegebenen Wärme muss daher genau äquivalentsein der mit der Nahrung aufgenommenen chemischen Spannkraftund der bei der Production dieser Spannkraft in der Pflanze ver-brauchten lebendigen Kraft des Sonnenlichtes.
Die Schwierigkeiten, welche sich einem genauen experimentellenNachweise dieser Aequivalenz entgegenstellen, sind sehr gross. Inner-halb der bisher erreichten Grenze der Genauigkeit aber lehren directeVersuche, dass in der That eine solche Aequivalenz besteht, dass dieSumme der von einem Thiere producirten Wärme und Arbeit — inWärmeeinheiten ausgedrückt — gleich ist der Wärmemenge, welchedie Nahrung des Thieres bei ihrer Verbrennung ausserhalb des Or-ganismus liefert.
Den ersten derartigen Versuch hat bereits im Jahr 1780 Lavoi-sieb 1 ) ausgeführt. Es galt den Beweis zu liefern, dass die Verbren-nung die alleinige Quelle der thierischen Wärme sei. Ein Meerschwein-chen wurde in ein Eiscalorimeter gesetzt und die Menge des während10 Stunden gebildeten Schmelzwassers gewogen. Sie betrug 341,08 g.Dasselbe Meerschweinchen wurde darauf unter eine mit Quecksilberabgesperrte Glocke gebracht. Durch die Glocke strich ein Luftstromund ging darauf durch Kalilauge, welche die Kohlensäure zurück-hielt. Diese wurde quantitativ bestimmt. Im Mittel aus mehrerenVersuchen ergab sich, dass das Meerschweinchen in 10 Stunden3,333 g Kohlenstoff als Kohlensäure ausschied. Die Verbrennungs-wärme der Kohle hatten Lavoisiee und Laplace bereits früher mitHülfe des Eiscalorimeters bestimmt. Aus ihren Zahlen berechnete sich,dass 3,333 g Kohle 326,75 g Eis schmelzen. Wäre Lavoisiee'sVoraussetzung, die thierische Wärme stamme aus der Verbrennungder Kohle in den Nahrungsstoffen, richtig, so müsste die beim Thier-
1) Lavoisier et de la Place, Memoire« de Facad. royale des sciences. Armee"80. p, 355.