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Lehrbuch der physiologischen und pathologischen Chemie : in 29 Vorlesungen für Ärzte und Studirende
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Erhaltung der Kraft.

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dieser Spannkraft bewegt er sich nun wieder abwärts und langt,unten genau mit derselben Geschwindigkeit an, mit der er zu steigenbegann. Beim Steigen wird die Kraft der Bewegung, die sogenanntelebendige Kraft' - , in Spannkraft umgesetzt, beim Fallen Spann-kraft in lebendige Kraft. Die Umsetzung der lebendigen Kraft inSpannkraft nennt manArbeit" und die Mechanik lehrt bekannt-lich, dass die Arbeit gemessen wird durch das Product des gehobenenGewichtes mit der Hubhöhe und dass sie stets gleich ist der leben-digen Kraft, welche gemessen wird durch das Product der halbenMasse mit dem Quadrate der Geschwindigkeit. Wird der hinauf-geworfene Stein in dem Momente, wo er am höchsten Punkte an-langt und zur Ruhe kommt, unterstützt, so kann die Kraft eine un-begrenzte Zeit als Spannkraft in ihm aufgespeichert bleiben. Sobalder aber der Unterlage beraubt wird, setzt sich die Spannkraft wiederin lebendige Kraft um; er fällt mit beschleunigter Geschwindigkeitund langt unten mit derselben Geschwindigkeit an, mit der er zusteigen begann. Von der lebendigen Kraft ist also nichts verlorengegangen. Schlägt er unten auf den Boden, so erzeugt er ein Quan-tum Wärme, welches unter geeigneten Bedingungen z. B. durchVermittelung einer Dampfmaschine gerade hinreichen würde, denStein zu derselben Höhe zu erheben, aus der er herabfiel. Alsoauch bei der Umsetzung der lebendigen Kraft bewegter Massen indie lebendige Kraft bewegter Atome und umgekehrt geht keineKraft verloren. Durch vielfache von verschiedenen Forschern nachverschiedenen Methoden ausgeführte Versuche ist bekanntlich fest-gestellt worden, dass 425 Kilogrammometer Arbeit eine Wärmeeinheiterzeugen d. h. 1 kg Wasser um 1 ° C. erwärmen und das eineWärmeeinheit gerade hinreicht wiederum 425 Kilogrammometer Ar-beit zu leisten.

Denken wir uns mitten durch den Erdball und seinen Schwer-punkt eine Röhre gelegt, von uns bis zu unseren Antipoden, unddenken wir uns in der Mitte dieser Röhre einen Stein so zur Ruhegebracht, dass der Schwerpunkt des Steines mit dem Schwerpunktder Erde zusammenfällt, so müsste der Stein unbeweglich frei imRäume schweben. Würde aber der Stein durch den Verbrauch irgende mer lebendigen Kraft bis zu unserem Ende der Röhre gehoben, sowäre jetzt ein Vorrath an Spannkraft in ihm aufgespeichert. Vermögedieser Spannkraft würde er sich, sobald er sich selbst überlassenbleibt, mit beschleunigter Geschwindigkeit zur Mitte der Röhre hin-bewegen. In dem Momente, wo sein Schwerpunkt mit dem der Erdezusammenfällt, ist alle Spannkraft verbraucht und in lebendige Kraftumgesetzt, er hat das Maximum der Geschwindigkeit erreicht. Diese