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Als Zusätze zu den lange gekochten Auszügen der Rinde dergenannten Pflanze werden ausser anderen Strychnos-Species (z. B.Strychnos cogens) noch benutzt: eine Urostigmaart, deren ver-letzter Rinde ein milchiger Saft entströmt und ein Schlingstrauch,der eine Pagamea oder ein Rouhamon ist'). Zum besserenEindicken wird dem Filtrat der schleimige Saft von Burmanniabicolor, oder von Cissus quadrialata hinzugefügt. Dass hier undda sehr viel mehr Zusätze gemacht werden, wie Hura crepitans,Cocculus toxiferus Wedd., Piper geniculatum, Euphorbia cotinifolia,Guattoria venefieiorum Mart. u. s. w., in Surinam auch Arum vo-nenatum Surinam. Woelf. (das mit Recht so gefürchtete Wassy-Gift der Screkongs aus dem Quellgebiet des Mazaruni und derAkawai, oder als Pfeilgift „Maschi" genannt), auch Thiergifte,wie Ameisen- bezw. Schlangengift (Ponera, Cryptocerus Trigono-cephalus, Crotalus horridus, Bothrops atrox, Lachesis rhombeata),hinzugefügt werden, ist sicher. Indessen ist hervorzuheben, dassschon Strychnos Castclnoeana zur Darstellung eines Curare aus-reicht, dass os aber freilich in der Stärke der Wirkung hinterdem in Calebasson oder Töpfen verkauften zurücksteht.
Die Handelspräparate, schwarzbraune, in Wasser zum grösstenTheile lösliche Massen, sind durch Bereitung und Aufbewahrungin ihrer Wirkung bis zu den Extremen verschieden. Angeblicherneuern die Indianer die verloren gegangene Wirkung durchBehandeln mit dem giftigen Safte der Manihot 2 ). Faulthiereund Salamander sollen Toleranz für Curare zeigen. Bei Men-schen können 0,05—0,12 g Vergiftung hervorrufen. Die Auf-nahme geht schnell von Wunden, langsam von Schleimhäutenaus vor sich. Vom Magen und Darm geschieht dies so langsam,dass bei der dem Mittel eigenen, schnellen Ausscheidung durchdie Niereu nicht leicht Vergiftung entsteht. Die Indianer leckendas, was beim Pfeilbestreichen an den Fingern bleibt, ab.
Ungleich der Wirkung anderer Strychnosarten und in Ueber-einstimmung mit den oben bei den Pfeilgiften von Malaka er-wähnten Strychnoswirkungen, entstehen durch Curare keineKrämpfe, sondern Lähmung der motorischen Nerven in den Mus-
') Appun, Unter den Tropen. Jena 1871. Bd. II. S. 462-479.2 ) R. Schomburgk, Reise in Guiana. Leipzig 1847. S. 452.