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Die Pfeilgifte : historische und experimentelle Untersuchungen
Entstehung
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liegt bei 104—105. Das Material war zu einer weiteren Reini-gung bezw. Trennung der Basen zu gering. Mit Phosphor-molybdänsäure gab die wässrige Lösung einen gelben, in Am-moniak mit blauer Farbe löslichen, Kaliumquecksilberjodid einenweissen Niederschlag.

Es ist bekannt genug, dass die Alkaloide, bezw. das Alka-loid der Aconitwurzel sieh ausserordentlich leicht zersetzen,schon bei der Bearbeitung im Laboratorium, um wie viel mehrbei der Behandlung, die ihnen bei dem, oft tagelang fortgesetzten,Einkochen der Wurzel mit Wasser zu einem Extract seitens derWilden zu Theil wird. Was an Basen der Umwandlung ent-ging, ist chemisch oft nicht leicht nachzuweisen. Dagegen ge-stattet der Versuch am Menschen mit vollkommen genügenderExactheit das Vorhandensein auch sehr kleiner Mengen ursprüng-lichen, wirksamen Principes darzuthun.

Eine Spur des von mir dargestellton wirksamen Principesauf die Zunge gebracht, Hess Anfangs ziemlich lebhaftes Brennenoder Prickeln, später für etwa 2 Stunden das Gefühl des Taub-seins oder, besser ausgedrückt, der Erstarrung eintreten. Dassdie Methode der Darstellung das ursprüngliche Gift, soweit der,diese Empfindungsändorung erzeugende Stell in Frage kommt,nicht ganz veränderte, geht daraus hervor, dass ein Stückchen desPfeilgiftes das Gleiche an der Zunge hervorrief.

Für das Vorhandensein von Aconitin sprechen auch die Ver-giftungssymptome, die ich an Fröschen und Kaninchen erhielt.

Frösche sprangen bald nach der Einspritzung des unreinenAconitins viel umher, wie sie es meist nur in Folge örtlichreizend einwirkender Stoffe thun und der Leib erschien einge-fallen. Nach 10—14 Minuten bestand bereits vollkommeneLähmung der Extremitäten. Die Empfindung war allenthalbenan der Peripherie gesunken. Nur elektrische Reizung erzeugtenoch Zuckung. Das freigelegte Her/. Hess übereinstimmend eineim Ganzen verlangsamte, aber aulfällig arythmisehc Bewegungerkennen, die nach etwa 1—1^ Stunden dem HerzstillständePlatz machte.

Für die folgenden drei Versuche standen mir etwa 0,02 greiner Substanz zur Verfügung, die in 3 com Wasser gelöstwurden. Jedes Thicr erhielt, zum Vergleiche die nämliche Dosis,