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worden. Dagegen liegen aus den nördlicheren Gegenden schonaus früher Zeit Berichte vor. Wir wissen, dass Nufio Tristanim Jahre 1447 südlich vom Cap Verde beim Landen an derGambiamündung einem Schusse mit einem vergifteten Pfeileerlag 1 ), und dass in späteren Jahrhunderten, wie die folgendenAusführungen lehren werden, mit der stärkeren Invasion vonEuropäern in jene Gebiete, einerseits manches Europäorlcbondurch Giftpfeile ein vorzeitiges Ende nahm, andererseits aberauch ein allmähliches Verschwinden dieser Waffe stattfand.Das Gewehr hat auch hier wie in Südafrika das Pfeilgift, be-sonders in den Küstenstrichen fast vergessen lassen.
Das Pfeilgii't der Albongo.
Erhalten (0,3 ») im Juni 1893 aus dem Museum für Völkerkunde;111 C. 1141. Von Lenz mitgebracht.
Dieser unstäte, im Stromgebiete des Ogowo, hausendeZwergstamm wurde durch den bekannten Gorillajägcr DuChaillu im Aschiraland entdeckt, und später durch Lenz, derihn in Okande, Okota, Apinchi u. s. w. fand, genauer geschildert.Die Abongo (oder Obongo) sind die gewandtesten Jäger jenerGegenden. Sie benutzen ein Fischgift zum Fischfang und ver-giftete Pfeile. So wie sie sieh von ihren Wirthsvölkern durcliihre körperliche Eigenart unterscheiden, so auch von den nörd-licheren Völkern, die Giftpfeile schiessen, durch die Art ihresGiftes. Ob es mit dem im Gebiete des Gabun gebrauchtenidentisch ist, also aus Strophantus bereitet wird, lässt sich,obschon ich es für sicher halte, vorläufig wissenschaftlichnicht entscheiden. Es wäre anthropologisch wichtig, dasPfeilgift der Akka mit dem der Abongo zu vorgleichen.
Die vergifteten, winzigen Rohrpfeile, die an die von denRatta gebrauchten Blasrohrpfeile erinnern, besitzen einen hellengolblichgrauon, in's Grünliche spielenden Ueberzug etwa zweiFingerbreiten von der Spitze abwärts. Nur bei genauem Zu-sehen erkennt man die Giftschicht. Ich zog das abgekratzteGift mit warmem Wasser aus und erhielt bei relativ viel, thoil-weis aus Pflanzenresten bestehendem Rückstand eine hellgelbe
') De Faria y Sousa, Asia Portugueze. 1703. T. I. C. 1.