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Die Pfeilgifte : historische und experimentelle Untersuchungen
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schieden in der Sorgfalt der Bereitung und späterer Zersetzung,die nicht immer einheitlichen Ergebnisse mancher Versuche mitdiesem Gifte.

So untersuchte Arnott schon im Jahre 1853 dieses Gift,das er aus dem Somalilande (am Habr Gerhajis bei den Groolie-Bergen) erhalten hatte. Er sowohl, wie Haines 1 ), der in gleicherRichtung experimentirte, erkannten in demselben Giftwirkungen,die sie aber als nicht sonderlich gross bezeichneten.

Es scheint zweifellos zu sein, dass in dem grossen Gebiete,das die Somali einnehmen, die Bestandtheile für das Pfeilgiftnicht immer die gleichen sind. Nach Oliver benutzen sie hier-für Adenium Somalense (Apocynaceae), also die Species einerGattung, die auch in Südafrika zu Pfeilgiften verwandt wird.Die Angabe, dass eine Aristolochia verwandt wird 2 ), beruhtwohl auf einem Irrthume. Es lässt sich dies aus den mitge-theilten Symptomen erschliessen, die von Aristolochiaarten nichterzeugt werden.

Das Somali-Pfeilgift xat lioyrp wird aus dem Wabajo-baume, d. h. aus Acokantheraarten (Apocynaceae) gewonnen.Ich habe in diesem Archiv 3 ) über diese Gewächse, die ich derGüte des Herrn G. Schweinfurth verdankte, Mittheilungen ge-macht. Sie stellen 4—5 m hohe, knorrige Bäume mit dunkel-grünen, lederartigen Blättern dar, die an Hügelabhängen undFlussufern gruppenweis vorkommen. Ihre Blüthen sind weissoder rosa, ihre Früchte im reifen Zustande violettroth. DasHol/, ist gelblich, hart, zäh, die Wurzel sieht wie Lakritze aus.Nach Aussage der Somali wird das Laub von Kameelen undZiegen zwar ungern, aber ohne Nachtheil gefressen. AndereSomalistämme erzählen jedoch, der Baum sei so giftig, dass einVogel, wenn er sich darauf setze, todt zur Erde fiele, und als-bald alle Federn verliere. Es kommen nur zwei bezw. dreiSpecies in Frage:

') Haines, Transactions of the raedic. and Physical Society of Bombay1853—54. No. 2. N. Ser.

-) Haggenmacher, Reise im Somali-Lande, Petermann's Mitthei-lungen 1876. Ergänzungsheft No. 47. S. 20.

3 ) L. Lewin, Virchow's Archiv, Bd. 134, IT. 2, S. 231, und Engler'sBotan. Jahrbücher, XVII. Bd., 3. u. 4. lieft, Beibl. No. 41.