Druckschrift 
2 (1907) Nr. 26 - 50
Entstehung
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Nr. 41. Schizoneura lanigera Hausmann, Blutlaus aufPirus malus L., Apfelbaum.

Die Blutlaus befällt am liebsten die jungen Triebedes Apfelbaumes, weil sie hier ihren mit Stech-borsten versehenen Rüssel leicht durch die noch grüneRinde in das Gewebe einsenken kann. An älteren,bereits verholzten Stellen des Baumes kann sie sich nurfestsetzen, wenn dieselben verwundet sind. Infolge derStiche mit dem Rüssel entstehen Saftstauungen; dieSäfte werden von den Blutläusen, die meist dicht ge-häuft beisammen sitzen, aufgesogen. Dadurch wird dieKambiumschicht des Baumes zu Wucherungen veran-lasst, die in der Regel so stark werden, dass die Rindeplatzt und eine krebsartige Neubildung entsteht. Diestark befallenen Bäume erhalten ein verkrüppeltes Aus-sehen, büssen an Fruchtbarkeit und Güte ihrer Fruchtein und sterben nicht selten gänzlich ab. Keine Stelledes Baumes ist vor den Angriffen der Blutlaus sicher;selbst am Wurzelhals und an der Wurzel hat man sieangetroffen. (S. Ztschr. f. Pflanzenkrankheiten, 1902,p. 7 und Prakt. Ratgeber im Obst- u. Gartenbau, 1902,p. 415—417.) Die Blutlauskolonie ist leicht zu entdecken,da sie sich durch einen bläulich-weissen, flockigen Ueber-zug, der aus den Ausschwitzungen, den Ausscheidungenund den abgestreiften Häuten der Läuse besteht, rechtauffällig zeigen.

Alle Blutläuse, die während des Sommers leben,sind Weibchen; innerhalb 2-3 Wochen sind sie aus-gewachsen und bringen 30 -40 lebendige Junge zurWelt, die nach abermals 2—3 Wochen wieder fort-pflanzungsfähig sind. So geht die Vermehrung von Aprilbis in den Spätherbst hinein ununterbrochen von statten.Die jährliche Nachkommenschaft einer einzigen Blutlauskann in die Millionen hinein wachsen. Im Herbste zeigensich neben ungeflügelten auch geflügelte Weibchen.

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