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1 (1848)
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achter der Wissenschaften. Wenn er nun noch obendrein JenGötzen Aristoteles verspottete, so mussle er der rohste, ver-worfenste Mensch sein. ') Vesulius, der die anatomischen Irr-thümer des Galen Stück für Stück aufdeckte, wurde deshalbvon den Aerzten, namentlich von dem Analomen Jacob Sylviusangefeindet. **) Hier handelte es sich doch nur von der Formder Theile, also von sichtlich erkennbaren Dingen, und dochwaren selbst Analomen so blind liir Galen eingenommen, dasssie dessen Affenanatomie durch die Zergliederung der mensch-lichen Leichname bestätiget glaubten. Aus dieser unbestreit-baren Thatsache kann jeder Arzt, der auch keinen einzigenSchriftsteller aus jener Zeit, als nur den Vesalius, gelesen, schonschlicssen, dass Hohenheim, der die ganze Galenische FJcmen-tarlheorie und den Aristoteles verwarf, als ein Verächter derWissenschaften musste aussreschrien werden. Dass man abernoch in unseren Tagen diese Beschuldigung den Galenikernnachspricht, halte ich für sehr unschicklich. Wir behandelnja allesammt die Kranken nicht mehr Galenisch und demon-striren nicht mehr Aristotelisch; also verwerfen wir das, wasParacelsus dreihundert Jahre früher verworfen. Wäre er diesesVervverfens wegen ein Verächter der Wissenschaft gewesen,so müssten wir, folgerecht, ja allesammt in der nämlichen Ver-dammniss sein.

Nun wollen wir hören, was er selbst zu der besprochenenBeschuldigung sagt. „Ich habe mich (schreibt er) wol eben„so stark und heftig auf ihre Lehre gelegt als sie. Da ich aber„sah, dass die Lehre nichts anders als Tödten, Sterben, Wür-„gen, Erkrümmen, Erlahmen, Verderben macht und «wicht,

*) Welche Verfolgung hat nicht P. Humus wegen seiner Angriffe auf dieAristotelische Dialectik erduldet! Dictionuire historique et crltique par P.Buyle. Wer sich handgreiflich überzeugen will, wie im sechzehnten Jahr-hundert der Verstand einzig den Aussprüchen des Arislolclos auteegeordnetwar, lese nur die Philosophia naturalis des Gregor Horst; sie ist aberetwas langweilig zu lesen.

**) Andreae Vesalii Epistola, ralionem modumque propinandi radicis Chynaedecoctum pertraetans etc. liasiliae 1546. Der Xitel ist zu lang, um ihnganz abzuschreiben. Aus diesem Buche kann man sich eine recht leben-dige Vorstellung von dem Geiste der damahligen Zeit machen.

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