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IV. Pharmakognosie.
schon in den Monograpiiieen kennen gelernt, andere sind in diesem Buchenoch nicht erwähnt worden, alle mögen hier eine kurze, allgemeine Be-sprechung finden.
A) Die Haare, Emergenzen und Stacheln.
Den Epidermen aller Hauptorgane können in allen Altersstadienderselben kleine, rein mechanisch wirkende Schutzorgane (in seltenereuFällen wirken sie auch als Haftorgane oder Kletterorgane) eingefügt sein,welche nur aus den Epidermiszellen ähnlichen Zellen aufgebaut seinkönnen, oder aus solchen und aus Parenchymzellen oder Sklerenchym-zellen bestehen. Alle Zellen dieser Gebilde können dabei lebend sein,einen gut gegliederten Protoplasten führen, oder auch tot und lufthaltigsein. Derartige Nebenor<xane bezeichnet man, ie nach ihrer Anatomieund Leistung, als Haare, Emergenzen und Stacheln.
a) Als Haare wollen wir diejenigen der in Rede stehenden Neben-orgaue bezeichnen, welche aus einer bis vielen Zellen bestehen, welche allein der Hauptsache die Struktur lebender oder toter Epidermiszellen be-sitzen. Solche Haare können eine sehr verschiedenartige Form haben,z. B. fadenförmig, kugelförmig, schuppenförmig sein, und können fernerin sehr verschiedener AVeise verzweigt sein. Ein einzelliges, derbvvandigesHaar vom Laubblatte der Cassia angustifolia ist in Fig. 451 dargestellt,ein fadenförmiges, mehrzelliges vom Salbeiblatte in Fig. 426, ein faden-förmiges, aus toten Zellen bestehendes in Fig. 428; büschelförmig ver-zweigte oder Büschelhaare findet man bei Althaea (Fig. 416), reich ver-zweigte bei Lavandula (Fig. 532). Kopfige Haare sind bei vielen Labiatenaufzufinden und schirmförmige oder schuppenförmige Haare haben vieleOleaceen.
b) Emergenzen nennen wir diejenigen der hierher gehörendenNebenorgane, au deren Aufbaue neben epidermiszellenähnlichen Elementenauch noch Parenchymzellen, unter Umständen auch Leitbündel teil-nehmen, und welche sich durch relative Weichheit auszeichnen. KurzeEmergenzen bezeichnet man als Warzenemergenzeu, lange als Zotten-emergenzen u. s. w. Als Beispiel kann die Zotteuemergenz der Pomeranze(Fig. 614) dienen.
c) Als Stacheln bezeichnen wir, kurz ausgedrückt, alle festen,spitzen Emergenzen. Häufig nehmen am Aufbaue der Stacheln an Stelleoder neben den Parenchymzellen auch Sklerenchymelemente teil. Stachelnfinden sich bei Rosa canina und bei den Smilaxarten.
Die Haare lassen sich wohl stets auf eine einzige, oberflächlich ge-legene Meristemzelle zurückführen, durch deren Teilung das Haar ent-stand; bei Zotten und Stacheln nehmen meist auch tiefer als die jungeEpidermis liegende Meristemzellen am Aufbaue der Organe teil.