Druckschrift 
2 (1892)
Seite
453
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

^^M

§ 6. Die Fruchtdrogen.

453

gewebes sind als helle Linie (N) zu erkennen, dann folgt das Endosperm(Ed) und der Embryo (K).

Die Epidermis der reifen Frucht besteht ans tafelförmigen, mitbraunen Stoffen gefüllten Zellen (Ep, Fig. 649); sie enthält auf der Spitzeder Frucht, innerhalb der drei Enden der Fruchtblätter zahlreiche Spalt-öffnungen; sonst kommen letztere nur sehr vereinzelt in der Epidermisder Frucht vor. Die Hypodermis besteht aus gröfseren, kollenchymatischenZellen mit getüpfelten Seitenwänden (11). Das Parenchym der Fleisch-schicht ist grofslückig und dünnwandig. In dem Parenchym liegen zer-streut grofse, unregelmäfsig gestreckte, dickwandigere, verholzte, grobgetüpfelte Zellen( T), welche wohl den Tracheiden der Tracheidensäumeder Leitbündel gleichwertig sind. Die intercellulareu Sekretbehälter (Sc)sind kurze, gestreckte Schläuche mit deutlichem Epithel. Sie sind mitflüssigem Sekret erfüllt, welches später zu einem Harzklumpen erstarrt.Da, wo die innere Wand des Fruchtfaches (Fig. 648, En) zwischen denSamen frei ist, ist die Innenseite des Perikarps von einer Epidermis auskleinen, regelmäfsig vieleckigen oder gestreckten, dickwandigen, tafel-förmigen Zellen bedeckt. Die Leitbündel, ziemlich in der Mitte derPerikarpwaud verlaufend, ziehen fast geradlinig von unten nach oben. Estreten 3 Leitbündel an der Basis der Frucht in jede Karpellregion ein.Die kollateralen Leitbündel besitzen im grofsen und ganzen den bekanntenBau der Büudel der Laubblätter von Juniperus (siehe de Bary, Anatomie.S. 395 und A. Zimmermann, Flora 1880, S. 2). Ihr Gefäfsstrang be-steht aus Tracheiden (die jüngeren Tracheiden besitzen Netzverdickungen)und Sklerenchymfasern, und es schliefsen sich au denselben beiderseitig,unterbrochene Reihen kurzer, weiter Tracheiden, mit unregelmäfsigenHoftüpfeln, teilweise auch mit Querbalken versehen, au.

Die Samenschale ist da, wo sie frei in das Fruchtfach hineinragt,von eiuer Epidermis (Ep, Fig. 650) aus dickwandigen, gestreckten Zellenmit grob getüpfelteu Seiten wänden bedeckt. Unter dieser findet sich eineeinzellige Lage wenig verdickter Zellen (A), an welche sich die dickeSchicht° von°Sklerenchymzellen (Sc) anschliefst. Der innere Teil derSamenschale besteht aus einer vielschichtigen Lage dünnwandiger, völligzusammengefallener, gebräunter Zellen (b)- Innerhalb der Samenschalelie^t der Rest des Nucellus, von welchem nur die äufserste Schicht aus<rut erhalteneu Zellen (N) zusammengesetzt ist, während alle anderenZellen zusammengefallen sind (») Das Endosperm und der Embryobestehen aus dünnwandigen Zellen und enthalten Proteinkörner undfettes öl.

Chemie: Deutsche Früchte liefern bei der Destillation 0,5 bis 0,7 %ungarische Früchte 1,1 bis 1,2%, italienische l,i bis 1,2% eines äther.Öles. Im allgemeinen scheinen die in wärmeren Gegenden erwachsenenFrüchte eiuen grötseren Gehalt an ätherischem Öle zu besitzen als diekälterer Gebenden. Die das äther. Öl zusammensetzenden Substanzen