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2 (1892)
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IV . Anatomie.

u) Die Zahnkapsel von Primnla elatior.

Der Becher der Kapsel (b Fig. 571, D) besitzt eine relativ sehwachentwickelte innere Hartschicht, welche hauptsächlich ans der innerenEpidermis des Stempels hervorgegangen ist. Die Elemente der iunerenEpidermis (», Fig. 571, C) sind längsgestreckt, mäTsig spitzendigend undbesitzen eine stark verdickte Aufsenwand und etwas schwächer verdickte,kräftig getüpfelte Seitenwände. Unter der inneren Epidermis liegt eineLage relativ dünnwandiger, gestreckter Sklerenchymelemente («', C),welche in der Basis des Bechers nur locker gelagert sind, nach oben zuzu einer geschlossenen Schicht zusammentreten. Auf die Hartschichtfolgt zusammengefallenes Parenchym (p, C) und schliefslich die äufsereEpidermis, deren längsgestreckte, tafelförmige Elemente eine mäfsig dickeAufsenwand besitzen, im übrigen ganz dünnwandig sind. Nach dem oberenRande des Bechers zu, werden alle Elemente nach und nach kürzer.

Anders sind die Kapselzähne gebaut. An der Basis des Zahnesnimmt die Dicke der Hartschicht plötzlich zu, die Zahl der Sklerenchym-zelllagen (s und «', B und A), welche der inneren Epidermis (i, B und A)anliegen, steigt schnell von 1 auf etwa 6. Auch nimmt die Streckungder Elemente noch mehr ab, so dafs die Sklerenchymzellen der Zahn-spitze fast isodiametrisch sind. Alle Elemente der Hartschicht besitzenstark verdickte und verholzte Zellwände. Alle Elemente der Hartschichtsind mehr oder weniger längsgestreckt (ebenso bei Primula officinalisJacq.), die inneren Elemente sind durchschnittlich etwas gestreckter undetwas dünnwandiger als die äußeren. Auf die Hartschicht folgen direktdie Elemente der äufseren Epidermis, deren relativ dünne Wandungenunverholzt sind.

Die Kapselzähne (z, D) krümmen sich beim Austrocknen nachaufsen und schliefseu die Kapsel wieder, wenn man sie durchfeuchtet.Dieser Effekt rührt daher, dafs die äufseren Sklerenchymlagen («) stärkerquellen als die inneren und die innere Epidermis (i). Die äufsereEpidermis (a) scheint wenig Einfiufs auf die Krümmungserscheinung zuhaben.

ß) Die Zahnkansel von Silene syriaca.

Sehr verschieden von dem Baue der Zahnkapsel der Primula ist dieAnatomie der Zahnkapsel von Silene syriaca, welcher diejenige von Sapo-naria officinalis, Silene inflata und anderer Silenaceen ähnlich ist.

Die Kapsel von Silene syriaca springt mit 6 Zähnen auf (•/, c) undbesitzt einen eiförmigen, etwas dreikantigen Becher (6). Der Becherzeigt uns eine äufsere Hartschicht, welche aus der dickwaudigen äufserenEpidermis (G und a, //) und etwa 3 Lagen mäfsig dickwandiger, isodia-metrischer Sklerenchymzellen (//, s und *■') besteht. Innerhalb der Hart-schicht findet sich ein Häutchen, gebildet ans einigen Lagen ganz dünn-wandiger, obliterierter Parenchymzellen und der gleichgestalteten innerenEpidermis. An der Basis der Zähne nimmt die Zahl der Sklerenchym-