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2 (1892)
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IV. Anatomie.

hatte, welche in ihrer Bedeutung teilweise weit ablag von der, welchedas reife Perikarp zu besorgen hat, und dafs ferner zwischen dem Zeit-punkte des Stempelzustandes und Fruchtzustau des eiue Periode lag, inwelcher das Perikarp den Schutz der jungen Samen besorgte, oft auchan der Assimilationsarbeit energisch teilgenommen, oft die jungenSamen direkt mit Nährstoffen versorgt hat oder als Reseiwestoffspeicherfür die jungen Samen diente. Was uns also im reifen Perikarp, dessenHauptleistuug meist darin besteht, für die Verbreitung und den Schutzder reifen Samen zu sorgen, vorliegt, ist gleichsam ein Gemisch vonwesentlich biologisch verbrauchten anatomischen Elementen, von für dieZwecke des Fruchtzustandes umgestalteten Elementen, welche schon frühereine wichtige Leistung vollbracht haben, und von solchen Elementen,welche ihre Hauptleistung erst im Fruchtzustaude ausführen. Währendalso z. ß. in dem Gewebe der Laubblätter fast keine obliterierten oderunnötig erscheinenden Elemente vorkommen, finden wir in der Frucht oftsehr /.ahlreiche Zellen, Zelllagen und Intercellularräume, welche mehr oderweniger obliteriert sind oder wenigstens biologisch nahezu bedeutungsloserscheinen. Als Beispiele können das oft gänzlich zusammengefallene undzerrissene Parenchym vieler Kapseln, die mit eingetrocknetem Sekreteerfüllten intercellularen Sekretbehälter der Frucht von Rhus succedanea(Fig. 579, mg) und die Siebstränge und teilweise auch Tracheen vielerreifer Perikarpien dienen. Viele Epidermen der Stempel, deren Zellenerst kurz vor der Fruchtreife in dickwandige Sklerenchymelemente über-gehen, können als ein Beispiel für die Umgestaltung auch für den Stempelwichtiger Elemente angeführt werden, und als ein Beispiel für den nichtseltenen Fall der Entstehung ganz neuer Zellschichten, welche für dieFrucht Hedeutnng haben, aus Zellen des fertigen Stempels mag erwähntsein, dafs die Zahl der Parenchymzellen des Fruchtknotens von Cucumissativus die Zahl der Zellen, welche den befruchtungsreifen Fruchtknotenaufbauten, um mehr als das Doppelte übertrifft.

Betrachten wir die verschiedeneu Zellschichten der Frucht in all-gemeiner Hinsicht, so ist zuerst zu bemerken, dafs die Elemente deräufseren Epidermis bei den verschiedenen Fruchtspecies eine sehrverschiedene Ausbildung zeigen können. Den normalen Epidermiszellenstehen die Epidermiszellen der Beeren und Steinfrüchte meist noch amnächsten, indem diese meist isodiametrischen, seltener etwas gestrecktenElemente bis zur Fruchtreife und länger lebendig bleiben und einen ähn-lichen Zellsaft führen wie die Epidermiszellen der Achsen, Laub- oderKronenblätter.

Dagegen verdicken die äufseren Epidermiszellen der normalen Nüsseund Kapseln ihre Zellwäude oft äul'serst stark, ähnlich wie die Epidermis-zellen der Sameuschalen, und ihr Protoplast geht bei der Samenreife zuGrunde. Wo Spaltöffnuugsapparate in der Stempelepidermis vorkommen,findet man dieselben oft noch gut erhalten in der Epidermis der reifenFrucht, oft sind sie jedoch auch obliteriert. Haare und andere Neben-