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2 (1892)
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358
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IV. Morphologie und Biologie.

sämig ist die Beere der Dattel, zwei- bis dreisamig die' Beere von Berberisvulgaris, vielsamig die Beere von Atropa Belladonna L.

Die Beeren wirken, wie die Steinfrüchte, hauptsächlich durch ihreFleischschicht anlockend auf die gröfseren Tiere, welche die Beeren fressenund so die Samen frei machen und verschleppen. Werden die Beerenmit dem frischen Fruchtfleische ausgesäet, so gehen, wie die Gärtnerlängst wissen, und wie es auch für viele Steinfrüchte gilt, die Samenmeist zu Grunde. Ich habe mich selbst durch Experimente mit Dattel-früchten von der Richtigkeit dieser Angabe überzeugt und fand, dals dieSchädigung der Samen wahrscheinlich eine Folge der Gärung derFleischschicht ist. Manche Beerensamen und Steinfruchtsamen sollen auchbesser keimen, wenn die Früchte vorher Tieren verfüttert worden sind.

Übergänge der Beere zu den Steinfrüchten sind schon erwähnt. AlsÜbergangsform zwischen Beeren und Kapseln kann man die Beere vonCapsicum auffassen; mit noch mehr Recht ist die Springkurke, EcballiumElaterium Rieh., als eine Übergangsform zwischen Beere und Kapselzu bezeichnen, da dieselbe die morphologischen und anatomischenEigenschaften einer Beere besitzt, sich jedoch öffnet und die Samenauswirft.

Von den normalen Beeren weichen manche der gröfseren Beerendurch Ausbildung einer sehr festen Hüllschicht ab, so z. B. die Beere vonStrychnos Iguatii (s. Arch. d. Pharm. 1881, (>. Heft, Fig. 2), bei welchersich unter der äufseren Epidermis eine mächtige Hartschicht aus Skleren-chymzellen findet. Verhältnismäfsig sehr schwach ausgebildet ist dagegendie Sklerenchymzellenschicht in der Hüllschicht des Kürbis (CucurbitaPepo L.) und von unserer Koloquinte. Eine andere Anomalie finden wirbei der Beere von Citrullus Colocynthis; dort ist das ganze mächtigentwickelte innere Parenchym trocken, das ganze Perikarpgewebe ab-gestorben; die Früchte sind leicht, glatt und rund und werden wohlvom Winde in der Wüste deshalb gut verbreitet werden können, dochwerden sie sicher oft auch durch Tiere verbreitet, da sie/.. B. in derSahara von den Straufsen gefressen werden (Vogel, Peterm. Mitt. 1885,S. 247). Man könnte derartige Beeren wohl am besten als Trocken-beeren bezeichnen.

d) Die Nufs (nux).

Einsamige Früchte, deren ganzes, trocknes Perikarp den Samenbis zur Keimung umhüllt, nennen wir Nüsse. Die ganze Nufs gleichtbiologisch und oft auch anatomisch einem einzelnen Samen der Kapselsehr. Das Perikarp, dessen Zellen bei der Samenreife also abgestorbensind, kann dünnhäutig, lederartig oder auch knochenhart sein und alleÜbergänge zwischen diesen Konsistenzen zeigen, ähnlich wie wir es fürdie Samenschale kenneu. Die Samen der Nüsse besitzen meist eine dünn-häutige, wenig differenzierte Samenschale.