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IV. Morphologie und Biologie.
rotgefärbien, vierklappigen Kapseln heraus, welche den Samen noch auf-fälliger machen. Sonst sind die Kapseln meist grün oder unscheinbarbräunlich oder grau gefärbt.
In morphologischer Beziehung kommt aufser den Verhältnissen,welche schon durch die Morphologie der betreffenden Stempel bedingtsind, hier also keiner nochmaligen Berücksichtigung bedürfen, die nach-trägliche Entstehung und das nachträgliche Verschwinden von Scheide-wänden in Betracht. Wichtiger und eingehend zu berücksichtigen ist dieForm des Aufspringens der Kapseln. Man gründet auf die verschiedenenArten des Aufspringens auch am besten eine Einteilung der am häufigstenvorkommenden Kapselarten, da die Art und Weise des Offnem derKapsel in engster Beziehung zur Anatomie des Perikarps steht und fürdie Biologie der Frucht höchst wichtig ist. Wir unterscheiden danachfolgende Untergruppen der Kapseln.
«) Die Deckelkapseln. Es giebt Kapseln, welche sich öffnen,indem sich eine deckeiförmige Partie des Perikarps durch einen ring-förmigen Spalt vollkommen ablöst. Derartige Kapseln, welche z. B. beiHyoscyamus, Plantago (Fig. 572), Anagallis vorkommen, hat man wohlBüchsenfrüchte (pixidium) genannt. Da die Büchsenfrüchte nur als eineUnterabteilung der Kapseln aufzufassen sind, wollen wir dies auch imNamen ausdrücken uud dieselben Deckelkapseln nennen.
ß) Die Porenkapseln. Ebenso kommen relativ selten Kapseln vor,welche im grofsen und ganzen geschlossen bleiben, so dafs sich die Umrifs-form der Kapsel beim Öffnen nicht ändert, in ihrer Wand aber mehr oderweniger zahlreiche, kleine Löcher oder Spalten bilden, sich mit „Poren"öffnen und deshalb Porenkapseln genannt werden können. Wir finden siez. B. bei Papaver- und Campannla-Arten (Fig. 573 und 574).
y) Zahnkapseln. Den Poreukapseln stehen andere Kapselu nahe,bei denen ein gröfserer basaler Teil intakt bleibt, einen Becher bildend,in welchem die Samen ruhen, während an der Spitze der Kapsel, durchradiale Spalten, kurze Klappen oder Zähne entstehen, mit denen sich dieKapsel oben öffnet. Derartige Kapseln, welche wir Zahnkapseln nennenwollen, finden sich z. B. bei Silene und Primula (Fig. 571), Cerastium,Lychnis.
d) Klappenkapseln. Sehr häufig sind Kapseln, welche sichöffnen, indem zwei oder mehrere Längsrisse oder Längsspalten, welchevon der Spitze der Frucht bis zur Basis reichen, entstehen, unddas Perikarp in Stücke zerspalten, die man Klappen nennt. DerartigeKapseln wollen wir als Klappenkapseln oder n-klappige Kapseln be-zeichnen. So z. B. besitzen die meisten Leguminosen und Cruciferen2klappige Kapseln, Datura Stramonium mit 4 Spalten aufspringendeKlnppenkapseln, also vierspaltige Klappenkapseln oder vierklappigeKapseln. Für die Klappenkapseln ist die Lage und Beziehung der