§ 6. Die Früchte.
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Pührgewebes und der Narbe, weiter entwickeln und zum Aufbaue derFrucht beitragen.
Vorzüglich entwickelt sich der Griffel häufig nicht weiter, ver-kümmert oder fällt, wie bei Fructus Lauri, ab. Iu zahlreichen Fällenbleiben Samenknospen und Fruchtfächer in der Entwicklung zurück;" soz. B. sehen wir, dafs sieh von vier Samenknospen des Umbelliferenstempelsnur zwei zu Samen ausbilden und meist nur eine Samenknospe von denzweien des Mandelstempels sich entwickelt; ferner finden wir, dafs dieeinfächerige und einsamige Eichel aus einem Stempel mit drei Fächernund sechs Samenknospen entstanden ist. Iu Fällen, in denen Fruchtfächerzu Grunde gehen, lassen sich die Reste derselben allermeist noch in derFrucht auffinden (s. Fig. von Tilia).
An e~9r fortigen Frucht kann man im allgemeinen folgende Teileunterscheiden:
a) Der Fruchtstiel. Die Früchte, welche aus einem einstempe-ligen Gynäceum hervorgingen, besitzen einen Fruchtstiel, welcher sich ausdem ßlütenstiele entwickelt hat, und für welchen also morphologisch dasüber die ßlütenstiele Gesagte gilt. Anatomisch besitzen diese Frucht-stiele im allgemeinen den Bau zugfester oder auch biegungsfester Achsen.Während diese Stiele den morphologischen Wert von Achsen haben, istselbstverständlich der morphologische Wert der hier und da vorkommen-den stielförmigen Verschmälerung der Fruchtbasis von solchen Früchten,welche aus einem mehrstempeligen Gynäceum hervorgingen, ein anderer,da, diese Früchte ja nur aus einem Fruchtblatte entstehen.
b) Das Perikarp. Wir wollen unter Perikarp alle Teile derFrucht, welche aus dem Fruchtknoten entstanden, mit Ausnahme derSameu verstehen. Um eine Bezeichnung für den änfseren Teil des Peri-karps mehrfächeriger Früchte zu haben, welcher etwa dem ganzen Peri-karp einfächeriger Früchte entspricht, wollen wir diesen Aufsenwand desPerikarps oder kurz Perikarpwand nennen. Der Perikarpwand stehtdann die Gesamtheit der Scheidewände und der Placenta gegenüber. Wiewir später sehen werden, ist der anatomische Bau des Perikarps der ver-schiedenen Früchte sehr verschieden und steht mit der Biologie derFrüchte in einem leicht zu erkennenden Zusammenhange.
Mit dem Laubblattbau hat der Bau des Perikarps nur sehr seltengauz entfernte Ähnlichkeit, wohl aber ähnelt er dem von manchen Nieder-blättern und Zwiebelblattbasen in einzelneu Fällen. Nicht selten lassensich auf der Querschnittfläche der Perikarpwand schon mit bloisen Augenoder mit der Lupe mehrere iu ihrer Beschaffenheit voneinander ab-weichende mehr oder weniger scharf begrenzte Schichten unterscheiden,meist sind es vier, seltener zwei oder drei. Wo drei solcher Gewebe-schichten unterschieden werden können, hat man wohl nach de CandollesVorgänge die äufserste Epikarp, die mittlere Mesokarp, die innersteEndokarp genannt. Diese Namen sind wertlos, da sie jetzt nichts