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2 (1892)
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§ 5. Die Blüteudrogen.

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bündeln, von denen 5 in die Kronenblätter, 5 in die Staubblätter ein-treten.

Die Epidermiszellen der Blumenkronenlappen zeigen wellig gebogeneSeitenwände. Vorzüglich ist dies bei der Epidermis der Unterseite derFall, während die Epidermiszellen der Oberseite nicht selten fast geradeWände besitzen. Die Aufsenwand der Epidermiszellen ist fast ganz eben,dagegen die Hinterwand mehr oder weniger stark nach dem Mesophyllzu gewölbt (Fig. 557, A). Sie führen einen gelben Zellsaft, welcher dieintensive Färbung der Blütenblätter allein bedingt, da die Chromatopboreuder Epidermiszellen äufserst klein sind. In den Epidermiszellen der Blatt-oberseite liegt je ein stark lichtbrechender Tropfen, welcher der Mitteder Aufsenwand ansitzt (A, t). Dieser Tropfen ist unlöslich in Chloral-hydratlösung, verdünnter Essigsäure, Alkohol, Kaliumhydroxyd, schwärztsich nicht mit Osmiumsäure und löst sich sofort in 30prozentiger Salz-säure und in konzentrirter Schwefelsäure. Er mag von Bedeutung fürden matten Glanz der Blumenkrone sein. Die Epidermis der Unterseiteder Kronenlappen trägt, vorzüglich an der Basis der Lappen, verzweigteHaare und Drüsenhaare und besitzt Spaltöffnungen.

Die verzweigten Haare sind mehrzellig; ihr Stiel ist meist 1- bis2-zellig und tr.ägt einen (A, h) oder zwei Wirtel einzelliger, dickwandigerÄste. Die kopfigen Drüsenhaare (A, d) besitzen einen 1- oder 2-zelligenStiel und ein zweizeiliges Köpfchen. Von den Epidermen wird ein farb-loses, sehr lockeres Schwammparenchym aus langarmigen, allseitig gleich-artig verzweigten Zellen eingeschlossen. Der Epidermis der Unterseitedes Blattes direkt angrenzend, in das Schwammparenchym hineinreichend,liegen mehr oder weniger zahlreiche, grofse, meist ein wenig in derKichtung der Blattfläche gestreckte Sekretzellen. Die Natur des Inhaltesdieser Zellen kenne ich nicht. Schleim scheinen sie nicht zu enthalten,ebensowenig einen reduzierenden Zucker, Gerbsäure oder ätherisches Öl.Die gröberen Nerven der Kronenblätter erscheinen beiderseitig als Furchen,da über den stärkeren Gefäfsbündeln das Mesophyll schwach entwickeltist. Das aus der Kronenröhre aufsteigende Leitbündel verzweigt sichfortgesetzt und reichlich in den Kronenlappen; die feineren Zweige ana-stomosieren hier und da miteinander; schliefslich endigt das System mitden feinsten Zweigen blind gegen den Rand zu.

Der Staubblattstiel wird von einem Strange kleiner Leitbündeldurchzogen und wesentlich zusammengesetzt aus einem Parenchym, welchesaus gestreckten, kleinen, gelben, meist stärkehaltige Chromoplasten führen-den Zellen besteht. Dieses ist bedeckt von einer gelben Zellsaft undgelbe Chromoplasten führenden Epidermis. Bei den behaarten Staub-blättern trägt die Epidermis sehr lange, einzellige, oben mehr oder wenigerkeulenförmig angeschwollene, mit schwach gelblichem Zellsafte erfüllteHaare (C),°deren Kutikula mit feinen Höckern besetzt ist (£>). Bringtman die frischen Staubblätter in Alkohol, so scheiden sich zahlreicheoptisch aktive Sphärokrystalle in denselben aus. Dasselbe geschieht hier