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2 (1892)
Seite
253
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Die Blüten.

•I-oö

von der Narbenfläche mehr oder weniger weit bedeckten, deutlich abge-gliederten, Gebilde, wie z. ß. bei den Kompositen. Bei den biologisch höherorganisierten zygomorphen Blüten ist die Form der Narbe hier und dabesonders eigentümlich gestaltet, z. B. bei Viola tricolor. Bei Blüten, beiwelchen die Beförderung des Pollens auf die Narbe dem Winde über-lassen ist, die dann auch keine normale Krone haben, findet man dagegenNarben, welche verbal tnilsmäfsig stark ausgebildet sind und auch einegrofse Narbenfläche besitzen. So z. B. ist die Narbe von Cannabis sativasehr lang fadenförmig, die Narbe der Gräser reich verzweigt, mit letztenZweiglein, deren Einzelzellen alle zu Papillen anwachsen, an denen die an-gewehten Pollen hängen bleiben und schliefslich ihre Pollenschläuchezwischen die Zellwände, dieselben spaltend, eintreiben, die Narbe vonCroton Eluteria wiederholt verzweigt, die von Pistacia Lentiscus breitlappig. Da, wo bei auf Windbestäubung angewiesenen Pflanzen die Blütensehr dicht beisammenstehen (Typha), ist häufig die Narbe ähnlich der derInsektenblüten, da hier die ganz mit Blüten besetzte Flache pollen-fanaend wirkt. Der Griffel fehlt nicht selten völlig, dann spricht manvon sitzender Narbe. Der Griffel ist häufig ein massiver Cyhnder, wiebei Tilia, Matricaria Chamomilla und bei Ranunculus acer (Fig. 461),seltener ein Hohlcylinder, dessen Höhlung durch das aus der oberfläch-lichen Zellschicht der Innenwand gebildete leitende Gewebe mehr oderweniger ausgefüllt ist, wie z. B. bei Sambucus nigra und Malva silvestris(Fig.' 402), oder ein ähnlicher einseitig aufgeschlitzter Cyhnder, wie beiHelleborus und Foeniculum capillaceum (Fig. 463). Stempel, an derenAufbaue sich nur ein Fruchtblatt beteiligte, tragen nur einen Griffel,polymere Stempel können ebenfalls nur einen Griffel besitzen, tragen abernicht selten auch so viele Griffel als Fruchtblattaulagen vorhanden waren.Die Stellung des Griffels zur Fruchtblattanlage des Stempels kann ent-weder karinal sein oder kommissural. Karinale Griffel sind solche, welchein der Medina der ursprünglichen Fruchtblattanlage stehen, kommissiiralesolche, welche in die Mitte zwischen die Mediane zweier Fruchtblatt-anlagen fallen. Schliefslich mag noch erwähnt werden, dafs auchbiologische Nebenapparate an Griffel und Narbe auftreten können.Hierzu gehören z. B. die Feghaare der Narben von Matricaria Cha-

momilla. , ,,. . ,

Der Fruchtknoten, der hohle, die Samenknospen umschhefsendeTeil des monomeren oder polymeren Stempels, ist im einfachsten Falle ein-facher!-, kann aber auch durch Scheidewände in zwei oder mehr vollkommenvon einander getrennte Fächer geteilt sein, zwei- bis vielfächerig werden.Die Scheidewände der Stempel werden je nach ihrer Stellung zu den ur-sprünglichen Fruchtblattanlagen verschieden benannt. Vertikale Scheide-wände der polymeren Stempel, welche an einer der Berührungsstelle zweierKarpellanlagen entsprechenden Region entspringen, werden echte, solche,die an anderen Orten ansetzen, z. B. solche, welche in der Mediane der ur-sprünglichen Fruchtblattanlagen stehen oder solche, welche in monomeren