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Nachträge.
Die AufsaiQinlung und weitere Behandlung des Blutfarbstoffharz-gemenges geschieht in einfachster Weise mittelst Filtration der durchdie Harzausscheidung milchig getrübten Flüssigkeiten durch ein fürNiederschläge wenig durchlässiges Analysenfilter *), Trocknung untermöglichstem Abschlüsse belichteter atmosphärischer Luft, zuletzt imExsiccator, und Aufbewahrung in dunkel gefärbten, wohl verschlossenenGläsern 2 ). Die Guajakblutreaction lässt sich sodann zu beliebiger Zeitso hervorrufen, dass kleine Filterstücke, nachdem sie einige Minutenlang mit wenig Wasser befeuchtet worden sind, entweder mit etwasHünefeld'scher Flüssigkeit oder mit einer etwas Essigsäure ent-haltenden Mischung von Wasserstoffsuperoxydlösung und WeingeistÜbergossen werden. Es nimmt in diesem Falle bei Gegenwart vonBlutfarbstoff nicht allein das Papier, sondern in Folge Lösung desGuajakharzes auch die überstehende Flüssigkeit eine mehr oder wenigerintensive und, wie besonders betont werden mag, auffallend rein blaueFärbung an. Hierbei ist in dem Ausfalle der Reaction kaum einwesentlicher Unterschied zu bemerken, wenn die mit dem bluthaltigenHarze bedeckte Papierfläche bald nach ihrer Herstellung und Trocknungoder aber nach 5 oder 10 Jahren der beschriebenen Operation unter-worfen wird, obgleich nicht daran zu zweifeln ist, dass bei sehr In ngerAufbewahrung solcher Objecte allmählich eine gewisse Abschwächungder Reaction eintreten wird ;! ).
') Ea empfehlen »ich zu diesem Zwecke, namentlich wegen der Möglichkeit
späterer Löslösung des Harzüherzuges, die in neuerer Zeil ladiebt gewordenen „ge-härteten" Filter. — Falls die Flüssigkeit auch nur kleine Mengen einer freien Säure(mit Ausnahme der Essigsäure) enthalten sollte, ist vor definitiver Trocknung 'losFilters sorgfältiges Auswaschen mit thunlichst wenig destillirtem Wasser erforderlich.In solchen Fällen, wo bei Mischung der auf Blut zu prüfenden Lösung mit. Guajak-tinetur entweder direct oder bei Ansäuerung der Probe mit Essigsäure Blaufärbungder Mischung bezw. Ausscheidung blauen Harzes eintreten sollte, bat es natürlichkeinen Zweck, dieses ausgeschiedene Harz mit den etwaigen Blutbcstandthcileii aufeinem Filter zu sammeln, dann ist von der in Rede stehenden Probe Abstand zu nehmen.
2 ) Um zu verbitten , dass sich dem Blutstoffharz.gemenge ozonübertragendeEnzyme (Fermente) beimengen und zu Irrthümern Veranlassung geben, dürfte essich empfehlen, in Fällen, wo nach Lage der Verhältnisse überhaupt an die Anwesen-heit solcher Stoffe gedacht werden kann, die auf Blut zu prüfende Flüssigkeit vorder Mischung mit der Guajaktinctur auf 100° etwa zu erwärmen , wodurch alleEnzyme, nicht aber die lilutstoffe die ozonübertragende Wirkung einbüssen. Wennlann der Harzniederschlag die Hünefeld'sche Flüssigkeit bläut, so darf daraus mit,Sicherheit auf die (iegenwart von Blutstoffen in demselben geschlossen werden. JenesErhitzen kann natürlich unterbleiben, wenn z. B. der fragliche Blutfleck mit heissemEisessig behandelt wurde, wobei alle etwa vorhandenen Enzyme ihre ozonübertragendenEigenschaften schon verloren bähen werden.
:| ) F. Se.baer hatte die Güte, mir einige Stückchen Papier zur Verfügung zustellen mit einem nur eine sehr dünne Schicht bildenden Blutharzniederschlage, derangeblich im Jahre 1873 (!) dargestellt war. Ein kleinster Theil dieses Papieres färbteeine angemessene Menge des Hünefeld'sehen Liquor tief blau.