Druckschrift 
Anleitung zur Ausmittelung der Gifte und zur Erkennung der Blutflecken bei gerichtlich-chemischen Untersuchungen
Entstehung
Seite
283
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Nachträge.

283

Lage ist, sauerstoffübertragend zu wirken. Zudem bleiben bei derAusscheidung des gleichsam bluthaltig gewordenen Harzes zahlreichefremde Stoffe in Lösung, werden also entfernt.

Was schliesslich die Methodik des in Kede stehenden Verfahrensanlangt, so hat Schaer diese folgendermaassen beschrieben.

Die gemeinsame Ausfällung von Blutbestandtheilen und Ghiajak-harz aus wässeriger Lösung kann in zweierlei Art ausgeführt werden,entweder durch Eingiessen der Guajaktinctur in die bluthaltige wässerigeLösung oder aber mittelst Zugiessens der wässerigen Blutlösung zueiner bestimmten Menge von Guajakharzlösung l ). Die Wahl der einenoder anderen Art wird wenigstens theilweise von der Natur und Mengeder durch Extraction von Blutflecken erhaltenen Blutlösung abhängig zuinachen sein, obwohl sich in der Regel die erstere Methode empfehlenwird. Da die drei Formen des Blutfarbstoffes, welche bei forensischen(auch pathologisch - chemischen) Untersuchungen in Frage kommen(Hämoglobin, Methämoglobin und Hämatin), sich in der Guajakreactionhinsichtlich ihrer ozonübertragenden Wirkung qualitativ überein-stimmend zeigen und auch bei der gemeinsamen Ausscheidung mitGuajakharz (aus wässerigen Lösungen) sich analog verhalten, so kanndie Aufschliessung und Extraction der Flecken etc. mit Wasser sowohlin neutraler, als saurer oder alkalischer Lösung — je nach Art derObjecte und sowohl in der Kälte als in der Wärme erfolgen; was aberdie Vermischung der wässerigen Blutlösung mit Guajaktinctur behufsAusscheidung des Harzes betrifft, so muss bei der ersteren alkalischeReaction durchaus vermieden werden, da Alkalien die Färbung des ge-lösten Guajakharzes modificiren und sehr störend auf die Bläuung derHarz säure einwirken. Eine alkalische Flüssigkeit muss deshalb vorhermit Essigsäure neutralisirt werden, und da diese Säure unter gewöhn-lichen Umständen die Guajakreactionen nicht beeinträchtigt, dagegenconservirend auf die Färbung fein zertheilten Guajakharzes zu wirkenscheint, so ist die Gegenwart kleiner Mengen dieser Säure bei den Aus-lallungen nicht zu beanstanden. In gewissen Fällen kann auch dasAusziehen eines Blutfleckens oder eines bluthaltigen Objectes mit sauremAlkohol geboten erscheinen; eine so erhaltene weingeistige saure Hä-matinlösung kann sodann direct mit Guajakharzlösung gemischt unddurch Wasserzusatz das Harz mit anhängendem Blutfarbstoff aus-geschieden werden. Bei allen derartigen Ausfällungen von Guajakharzin Gegenwart von Blutbestandtheilen ist eine erhebliche Verdünnungdes Blutfarbstoffes keineswegs ängstlich zu vermeiden, da selbst inLösungen von geringem Blutgehalt das sich ausscheidende Harz nochgenügend Blutfarbstoff fixirt, um später die Bläuung mit hinreichend.!Deutlichkeit zur Erscheinung zu bringen.

') Ich empfehle für den Zweck eine concentrirte Guajaktinctur anzuwenden;

man hat dann zur Ausfällung des Harzes etc. nicht so viel wässerige Flüssigkeitnüthig, als bei Anwendung der sonst empfohlenen 1 bis 2 proc, Harzlösung.