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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten des Nervensystems.

reits begonnene Atrophie, welche sich an den der Irritabilität ver-lustig gegangenen, paralytischen Muskeln gewöhnlich entwickelt,darf man sich von der Anwendung des Electromagnetismus nicht ab-halten lassen, indem derselbe gerade den Stoffwechsel im atrophi-schen Muskel am meisten fördert und demnach die Ernährung undSubstanzbildung am schnellsten wieder einzuleiten befähigt ist. —Wird auf die mangelnde Trritabiliät keine Rücksicht genommen, soerfolgt die Besserung durch die Bäder nicht nur unsicher und höchstmühsam, sondern es wird auch der Zeitpunkt versäumt, wo deratrophische Muskel noch crnährungsfähig ist; er erleidet inzwischennach und nach pine gänzliche Texturveränderung und geht in fettigeDegeneration über, wo alsdann jede Heilung unmöglich ist.

Der Arzt muss daher bei allen diesen Lähmungen dunch einenInductionsapparat sich von dem Stande der electro-musculären Con-tractilität überführen.

g. Bei cerebralen Lähmungen, die von organischen Krank-heiten des Gehirns herrühren, muss man mit dem inneren Gebraucheder Mineralwasser sehr vorsichtig zu Werke gehen und bei zu Grundeliegender Arthritis, Haemorrhois, Krankheiten der Unterleibsorganenur kleine Dosen auflösender Mineralwasser trinken lassen.

Bäder eignen sich selten, nur in veralteten Fällen, wo es daraufankommt, die gesunkene Nervenenergie wieder zu wecken, die Re-produetion zu heben und Erschlaffung oder Contracruren der Mus-keln zu beseitigen.

Bei Lähmungen, die nach apoplectischen Anfällen zurück-geblieben sind, werden den Kranken oft Thermalbäder empfohlenund man trifft in Teplitz und Wiesbaden stets derartige Para-lytische an. Doch ist hier die grösste Vorsicht von Seiten des Arzteserforderlich. Ist die Hemiplegie in Folge einer Hypertrophie deslinken Ventrikels oder von Insuffizienzen und Verengerungen derKlappen entstanden und "dauert die Hyperaernie im Gehirn fort, sosind die Thermalbäder stets contraindicirt.

Bei Extravasaten in Folge atheromatöser Entartung und Zer-reissung der Arterien, von passiven Stasen im Gehirn nach unter-drückten habituellen Blutflüssen, heftigen Gemüthsaffeten ist abererst^nehrere Monate nach dem Insultus der Gebrauch der Bäder zugestatten, wenn jeds Reizung im Gehirne geschwunden, sich keineSymptome einer Erweichung in der Umgebung des Blutextravasatskundgeben, dasselbe vielmehr in einer Cyste eingeschlossen und der