Paralysen.
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Entbindungen, die zuweilen, als Folge des Drucks des Kopfesbei einem engen Becken, schon in den letzten Monaten der Schwan-gerschaft entstehen oder erst in Folge der Einkeilung während derGeburt eintreten und nach derselben oft lauge Zeit, allen Mittel»trotzend, fortbestehen, leisten die Thermen gute Dienste, wenn auchdie Ursache der gehemmten motorischen Innervation vollkommenoder grösstenteils beseitigt ist, durch Belebung der motorischenEnergie. Vor allen hat sich »Vplilv. in solchen Fällen einen gros-sen Ruf verschafft und Siebold ist ein warmer Lobredner dieserBäder. Wenn auch nicht immer Heilung erzielt wird, so verlassendoch die Kranken gebessert den Kurort. ■— Aber auch die Thermenvon Xaiiiieim und Oeynhausen zeigen sich hier wirksam, in-dem sie jlurch Reizung der sensiblen Nerven reflectorisch die moto-rischen zur Thätigksit anregen.
Schmelkes sah eine nach einer schweren Entbindung zurückge-bliebene Paralyse der linken unteren Extremität nach 17 Bädern voll-ständig schwinden.
In einem zweiten Falle, wo nach einer sehr schweren Entbindung(durch dauernde Einkeilung des grossen Kindskopfs bei schwachenWehen) eine Lähmung des linken Beines entstanden war, mit Beugungim Knie, ödematöser Anschwellung und f-'chmerzhaftigkeit bei Streck-versuchen, die neun Monate hindurch unverändert fortbestand, Hessdie Contractur schon nach kurzern Gebrauche der Bäder nach, allmäligerwachte die Sensibilität und mit ihr die spontane Bewegung. Nacheiner achtwöchentlichen Kur konnte die Kranke ohne Krücken in ihreHeimath zurückkehren.
Bannerth beobachtete in Landeck eine Kranke, die 4 Jahrevorher im ersten Wochenbette paraplectisch geworden war, seitdemaber wieder zweimal geboren hatte. — Gewöhnlich fand er die Sensi-bilität in allen Fällen in hohem Grade gesteigert, so dass leicht con-vulsivisehe Anfälle durch Heizung entstehen. Die Stuhlausleerungensind gewöhnlich träge, die Urinentleerung aber nicht gestört. Ebensowenig zeigt sich in der Ernährung der Extremitäten eine Abnormität.Die Menses fliessen gewöhnlich regelmässig, doch ist fast immer Fluoralbus vorhanden.
Schmelkes (1. c.) hebt aber besonders hervor, dass die Thermal-bäder erst dann gebraucht werden, dürfen, wenn die tiefgesuitkeneoder ganz erloschene e le ctro -in usc ul iire Contractilit äl wiederhergestellt ist; daher ist solchen Kranken zuerst die Faradisation zuverordnen, ehe man sie nach den Thermen sendet. Durch die be-