Druckschrift 
Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
Entstehung
Seite
529
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Ischias.

529

zu lassen, zu welchem Zwecke sich in jedem Badehause die erfor-derlichen Apparate vorfinden.

Ferner eignen sich bei diesem Leiden die Schwefelwasserund mit grossem Nutzen werden die Kranken die Bäder und Dou-chen in Warmbrtinn, Aachen, Baden und die Schwefelwas-ser- und Schlammbäder in Nenndorf und Elisen gebrauchen,mag es sich nun auf einer gichtischen oder rheumatischen Basis ent-wickelt haben.

Preiss (I. c. 1841.) behandelte in Warmbruun einen Greis von70 Jahren und verhältnissmässig noch kräftiger Constitution, der voneiner heftigen Ischias mehrere Monate vorher befallen worden. Nach-dem das Uebel einige Zeit gedauert, wobei die Kräfte des Krankenmerklich abnahmen, traten die schon früher bestandenen Störungen inden Digestionsorganen deutlicher hervor und endlich bildete sich eingastrisches Fieber ans, wobei das Nervensystem hervorstechend bethei-ligt war und während dessen Verlaufs einige Anfülle von Asthma dasLeben des Kranken durch drohende Lungenlähmung gefährdeten. Nachglücklicher Beseitigung des Fiebers dauerte die Ischias hartnäckig inder früheren Weise fort. Die Kräfte hoben sich durch eine umsich-tige ärztliche Behandlung. Bei der Ankunft im Bade litt derKranke auch an einem chronischen Lungencatarrh, der seit 7 Jahrenöfters erschienen und zuletzt mit starker Schleimabsonderung verbun-den war. Der sechswöchentliche Gebrauch der Bäder, die nach Ver-lauf von 14 Tagen mit der Douche verbunden wurden, und der Ge-brauch der Franz e nsque 11 e führten vollständige Heilung herbei.

Ebenso ward eine Dame von 45 Jahren, die seit einer Reihe vonJahren an mannigfachen Störungen im Pfortadersysteme und hysteri-schen Beschwerden gelitten und von einer Ischias befallen wurde, de-ren Anfälle länger als 15 Stunden dauerten und die Kranke zwangen,in einer und derselben Stellung zu verharren, weil die geringste Be-wegung oder Berührung des schmerzhaften Beines die Schmerzen biszum Unerträglichen steigerten, nach sechswöchentlichem Gebraucheder Bassinbäder, die in den letzten drei Wochen mit der Douche ver-bunden wurden, vollständig hergestellt. In der letzten Zeit hatte sieden.Marienbader Kreuzbrunnen getrunken.

Grandidier (Bad Nenndorf. 1851.) sah in Nenndorf selbst inFällen, wo schon die Ernährung des Beines bedeutend gelitten hatte,nach ein- oder mehrmaliger Kur durch Schwefelwasser- und Schlamm-bäder, Dampfbäder, Wasser- und Dampfdouchen, Heilung erfolgen.

Gleiche Erfolge erzielte Wetzlar in Aachen und Hergt durchdie Bäder und Douchen auf die leidende Stelle in Langenbrücken.

34