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Krankheiten des Nervensystems.
6, Neuralgia hepatica.
Schmerzhafte Empfindungen im Lebergeflecht, die nicht durchGallensteine bedingt werden, die reine Neuralgia hepatica,kommt beim weiblichen Geschlecht seltener vor als die Gastrody-nie und andere Neuralgieen, mit denen sie dann abzuwechselnpflegt. Dagegen tritt sie häufiger auf arthritischem Boden auf, beiIndividuen, die eine sitzende Lebensweise führen, längere Zeit andyspeptischen Beschwerden litten, und wohl auch schon früher vonpodagraischen Anfällen heimgesucht wurden. Nicht selten entwickeltsie sich bei Kranken, die an Hypertrophie der Leber leiden, nachdem Genüsse von Spirituosen, scharfen Gewürzen, reizenden Spei-sen (s. Beau in Archives generales de med. Avril. 1851.). ■— DieKranken klagen über einen Schmerz im rechten Hypochondrium,der von hier aufwärts in die rechte Schulter, abwärts in die Hüfteund den Schenkel schiesst, und ferner durch das Zwerchfell in denRücken. Gewöhnlich ist er mehr dumpfer Art und nur von Zeit zuZeit treten Exacerbationen auf; zuweilen wechselt er mit Schmerzenim linken Hypochondrium oder in anderen Körpertheilen ab. Wiebei allen neuralgischen Affectionen pflegt auch eine leise oberfläch-liche Berührung die Zufälle zu steigern, während ein tiefer DruckLinderung schafft. Häufig gesellt sich Icterus hinzu.
Döring (Casper's Wochenschrift. 1837. No. 21.) theilt einenFall mit, wo nach dem Verschwinden eines Podagra in Folge von- Schreck, heftige Anfälle von Hepatalgie auftraten, die nach dem Wie-dererscheinen des Podagra nicht nachliessen, sondern erst durch denGebrauch des Argent. nitricum beseitigt wurden.
In solchen Fällen sind je nach der Constitution, die kräftigerenoder milderen auf lösenden Wasser zu verordnen: der Kreuzbrun-nen in Marienbad, die Salzquelle in Franzensbad, die lauenQuellen in Soden, die sowohl die Störungen in der Digestion he-ben, als auch die Verdauungsorgarie, zur Aufnahme und Assimilationeisenhaltiger Wasser vorbereiten, deren Gebrauch stets nothwendigist, um eine normale Blutbildung zu erzielen. Eisenbäder sind mitder inneren Kur zu verbinden.
Sehr oft reicht aber der mehrwöchentliche Gebrauch der sali-nisch-eisenhaltigen Säuerlinge von Franzensbad (Franzens-quelle, Wiesenquelle), Elster, Rohitsch nebst Bädern u. A.allein hin, das Leiden zu heben, wobei der Aufenthalt in der