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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten des Nervensystems.

Gewöhnlich lassen die Schmerzen während des Bades nach undder Kranke kann das Glied frei bewegen, was ausser dem Badeganz unmöglich zu sein pflegt. Auch die Dauer des Bades mussallmälig verlängert werden, darf aber 30 Minuten nicht überschreiten.

Die Mehrzahl der Kranken fühlt sich auch noch mehrere Stun-den nach dem Bade frei von Schmerzen, deshalb rathen viele Aerztedie Bäder in die Abendstunden zu verlegen, weil die freie Zeit ehereinen beruhigenden, stärkenden Schlaf ermöglicht.

Sehr reizbare Individuen, die die heisseren Quellen nicht vertra-gen, lasse man mit kühleren beginnen und nach und nach zu denersteren übergehen.

Ist es erforderlich, kräftiger auf den Nervenstamm einzuwirken,so bediene man sich der Douche, jedoch mit Maass und Vorsieht,nie länger als höchstens 10 Minuten angewandt, oder der Mine-ralmoorbäder, entweder in Umschlägen oder in allgemeinenBädern.

Häufig zeigt sich hier die stopfende Wirkung der wärmeren Bä-der oder es entwickelt sich ein gastrisch biliöser Zustand, woraufman die Kranken aufmerksam zu machen hat. Es sind alsdann diegeeigneten Mittel in Gebrauch zu ziehen, weil sonst die Kur ver-eitelt oder gestört würde.

Mit nicht minderem Erfolge werden die Bäder in *1 i«'«l»»«I«'iigebraucht und zwar ebenfalls die wärmeren zu 28° R. und darüber.Der Kranke bleibt anfangs nur 10 Minuten im Bade, allmälig län-gere Zeit, zuletzt drei Viertelstunden. Unterstützt wird die Kurdurch die Douche auf den leidenden Theil, deren Dauer anfangsnur 5 Miputen beträgt, in der letzten Zeit eine halbe Stunde. Jenach dem Erfordernisse wird sie täglich oder einen Tag um denanderen angewandt, in der halben Kraft oder doppelten Stärke ver-abreicht und zu einer Temperatur von 23° bis 40° R. In sehr hart-näckigen Fällen gehe man zu den Dampfbädern über, deren Tem-peratur, je nach der Quelle, die man empfiehlt und der Einrichtungdes Bades, zwischen 35° und 48° R. variirt. Anfangs ist nur einAufenthalt von 5 Minuten im Bade zu gestatten, der allmälig ver-längert wird und bis auf eine halbe Stunde ausgedehnt werdenkann. Plethorische Individuen, die zu Congestionen nach dem Ge-hirn und den Lungen disponirt sind, müssen die geeigneten Vor-sichtsmaassregeln" gebrauchen und bei solchen Kranken ist es ollzweckmässiger, bloss die Dämpfe auf die leidende Stelle einwirken