VI. Krankheiten der Harnwerkzeuge.
1. Nieren- und Blasensteine.__<
JJie harnsauren Concremente bilden sich meist in, den Nieren, sel-ten oder gar nicht in der Blase, wahrend die aus phosphorsaurerAmmoniak-Magnesia oder Kalkerde bestehende!) vorzugsweise in derletzteren gebildet werden.
Individuen, die zur Erzeugung von harnsauren Concrementendisponirt sind, stehen meist in einem vorgerückten Aller, sind dabeikräftig und lieben die Freuden der Tafel; daher sind wohlhabende,den höheren Ständen angehörende Personen ihnen am meisten aus-gesetzt. Die animalische Kost, namentlich bei gleichzeitigem Mangelan Bewegung, ist eine der hauptsächlichsten Ursachen der übermäs-sig erzeugten Harnsäure. ■— Dass die Steinbildung mit der Gicht insehr naher Beziehung stehe, haben, wir schon oben angeführt. DerBlasenschleim hat einen bedeutenden Antheil an der Erzeugung derSteine, dafür sprechen die chemischen Untersuchungen der Harncon-cremente, von denen die meisten einen Schleimpfropf als Kern ent-halten, der Schleim also gewöhnlich wenigstens den ersten Anlasszur Steinbildung zu geben scheint. Die inneren Schichten der mei-sten Steine enthalten Harnsäure, während die äusseren phosphor-saure Ammoniak-Magnesia, selten phosphorsaure Kalkerde enthal-ten, die wahrscheinlich der Reizung der Blasenschleimhaut durchdas Concrement ihren Ursprung verdanken. Die Absonderung desBindemittels wird durch den Reiz der fremden Körper, durcheine schon vorhandene Blenorrhoe oder exsudative Entzündung be-günstigt.