470
Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane.
Reizes der Geschwülste sich entwickeln, durch die Soolquellen be-seitigt worden zu sein (s. Prieger in der Monatsschrift für Geburts-kunde I. 3 und 4). Dennoch ist in solchen Fällen der Gebrauchdieser Quellen anzuempfehlen, da es sehr schwierig ist, partielleIlypertrophieen oder Entzündungsheerde von wirklichen Fibroidenzu unterscheiden.
„Wir wissen bloss," sagt Trautwein, „dass solche Geschwülstedes Uterus und der Ovarien, welche nach den uns zugänglichenMerkmalen mit den Fibroiden dieser Organe die grosseste Aehnlich-keit haben, in grosser Zahl durch den lange Zeit fortgesetzten innerenund äusseren Gebrauch der Kreutznacher-Soolquellen geheilt wor-den sind; bei einer anderen Zahl dieser Fälle gelang es, die Ge-schwulst nur bis auf einen gewissen Grad zu vermindern."
Wo nach einer länger fortgesetzten Behandlung eine Volumsab-nahme der Geschwulst eintritt, schreibt sie Scanzoni (Krankheitender weiblichen Sexualorgane. 1857) der Verringerung des Wassersin der hypertrophirten Uterussubstanz zu. Da auch ein solcher schein-bar unbedeutender Heilerfolg die Beschwerden der Kranken aufziemlich lange Zeit zu lindern vermag, so empfiehlt er warm die dieResorption bestätigende Behandlungsweise mittelst der Soolbäderin Kreuznach, Kissingen, Reichenhall, Krankenheil undan anderen Orten. Unterstützt wird die Wirkung durch Ueberschlägevon in heisse Mutterlauge getauchten Tüchern über den Unterleib.
Solche Kranke werden daher Hülfe finden:
1. In Siicii/niicli (s. S. 122). Frauen, die das kalte Wasserder Elisenquelle nicht vertragen, müssen dieselbe erwärmt oder miteinem Zusätze von warmer Milch trinken.
Wie schon oben angegeben, ist es zweckmässiger, die Dosen nachUnzen, nicht nach der Zahl der Becher zu bestimmen, weil letztere,von der verschiedensten Grösse angewandt werden. Die gewöhn-liche Dosis für Erwachsene ist 4<—5 Unzen viertelstündlich; dertägliche Verbrauch 24'—üO Unzen, wovon am zweckmässigsten zweiDrittheile Morgens und ein Drittheil Abends getrunken wird. IieiKindern wählt man verhältnissmässig kleinere Quantitäten.
Die Bäder lasse man stets in der Temperatur von 2G" oder27° R. nehmen, nur bei vollblütigen und nervösen Frauen, die durchsolche Mehr aufgeregt werden, sind Bäder von 24° zu verordnen.Hiernach ergiebt sich, dass die Soole des Hauptbrunnens zuMünster a. St. für viele gerade so, wie sie der Brunnen abgiebtund wie sie durch eine geschlossene Röhrenleitung in die Wannen