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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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468
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Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane.

und Scheidengewölbe vorfinden. Solche Zustände entwickeln sichmehr bei Frauen in vorgerückteren Jahren und sind mit mannig-fachen Störungen der Menstruation verbunden. Die Menses pflegenprofus zu sein und oft stellen sich auch in der Zwischenzeit heftigeAusflüsse von dunkler, schwarzer Farbe ein. Die Verdauung liegtdarnieder, der Stuhlgang erfolgt unregelmässig, oft ist hartnäckigeVerstopfung vorhanden. Hier führt der Gebrauch des Kreuz-brunnens in Marlenbad eine Besserung herbei, indem die un-terdrückten Catamenien wiedererscheinen, die sparsamen vermehrtwerden, die schmerzhaften Zufälle, die jede Menstrualperiode beglei-ten, schwinden. Dabei sind die Bäder der an Kohlensäure sehrreichen Marienquelle zu verordnen (s. S. 423). Zu 27 oder 28° R.genommen bewirken sie anfangs ein leichtes Frösteln, erregen aberbald das Gefühl einer angenehmen belebenden Wärme auf der Haut,die selbst geröthet wird.

Ausser diesen Bädern können auch mit Nutzen die Gasbäderangewendet werden, bei localer Schwäche des Uterinsystems, beiallgemeiner Erschöpfung und wenn das Uterinleiden Folge unter-drückter Hautausdünstung ist, da die Gasbäder überhaupt, nebenihrer eigenthünilichen Reizung der Geschlechtstheile, die Hautthätig-keit besonders in Anspruch nehmen. Sehr oft pflegen sich schonwährend der Kur Haemorrhoidalzufälle zu entwickeln.

Die Kranke setzt sich in den hölzernen Apparat, der möglichstluftdicht gearbeitet und beständig mit dem Gasgemenge angefüllt ist,und zwar, je nachdem es vorgeschrieben, bis an den Hals, bis andie Brust oder bis an die Schenkel, und bleibt, je nach der ver-schiedenen Empfänglichkeit des Körpers für das Gas, eine viertelbis ganze Stunde darin. Zuweilen wird dies zweimal täglich wie-derholt.

Das Gas entwickelt sich auf einer weiten Strecke rings um dasGasbad in unermesslicher Menge unmittelbar aus der Erde. Mehrereder stärkeren Gasströme werden aufgefangen und durch Röhren indie Apparate geführt.

Die erste Wirkung, welche die Kranken empfinden, ist ein an-genehmes Gefühl von Wärme am Körper, die oft schon in den er-sten Minuten nach dem Einsteigen bemerkbar wird, zuweilen abererst später eintritt. Irritable Individuen und mit einem krankhaftenZustande der Haut behaftete werden früher davon ergriffen. Ge-wöhnlich hält die Wärme bis zu Ende des Gasbades an und zeigtsich zuerst an den Geschlechtstheilen; die meisten schildern dies Ge-