Druckschrift 
Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
Entstehung
Seite
460
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

460

Krankheiten der weiblichen Geschlechtsorgane.

sehen, so ist es um so nothwendiger, die Gefässthätigkeit im Uteruszu erhöhen und dadurch die Zurückbildung des erkrankten Theils zubeschleunigen.

Je torpider das Individuum, je bedeutender die Induration, jehartnäckiger die Dysmenorrhoe und Amenorrhoe ist, um so höhereWärmegrade und ein um so kräftigerer Strahl ist erforderlich. Beiweit gediehener Affection sind oft viele Wochen und die täglicheAnwendung des Mittels bis zur erwünschten Wirkung, mithin einegrosse Ausdauer von Seiten der Kranken und des Arztes nöthig.Nur bei bedeutenden congestiven Zuständen in den Geschlechtsorga-nen, Neigung zur Entzündung, muss man von ihrem Gebrauche Ab-stand nehmen und sich auf einfache Bäder beschränken.

Aus einer kleinen am Boden eines Badebassins angebrachtenMetallröhre sprudelt der etwa 5 Linien dicke Wasserstrahl in einerTemperatur von 25° R. etwa 3 Fuss hoch, durch selbstständige Trieb-kraft getrieben, empor, so stark, dass die Quelle in 24 Stunden einenWassergehalt von 975 Kubikfuss liefert. Die chemische Zusammen-setzung weicht nicht von der der anderen Quellen ab.

Die Bäder werden zu einer Temperatur von 26° bis 29° It. ge-nommen, je nachdem man mehr oder weniger erregend wirken will;hiernach richtet sich auch die Zeitdauer des Aufenthalts im Bade, dieeine viertel bis ganze Stunde betragen kann.

Die Bade-Einrichtungen sind vorzüglich, besonders im neuenBadehause auf dem linken Lahnufer.

2. Die Thermen vonIjandecI*(s.S.51)sind vorzugsweise bei denKranken geeignet, bei welchen gleichzeitig eine Stase in den abdominel-len Gefässen vorhanden ist und sich die Hyperaemie des Uterus auseiner Plethora abdominalis herausgebildet hat. In diesen Fällen, wodaher nicht allein eine Blutstasis im Gewebe des Uterus stattfindet,sondern auch die venösen Gefässe der anderen Organe mit Blutüberfüllt erscheinen, sind die Quellenbäder zu verordnen nebendem innerlichen Gebrauche der Ziegenmolken. Ist gleichzeitigeine Anschoppung oder Hyperaemie der Leber vorhanden, so lasseman die Wiesenquelle dabei trinken. Doch ist stets fürgehörige Leibesöffnung Sorge zu tragen und wenn diese nachdem eingeleiteten Kurverfahren am 5. oder 7. Tage nicht regelmäs-sig täglich erfolgt, empfehle man den Kranken, einige Abende hin-tereinander vor dem Schlafengehen ein Glas Bitterwasser zu trinken.

Auch der Mariannenbrunnen mit Molken versetzt leistethier sehr gute Dienste; Bannerth erklärt sich gegen den