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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten des Digestionsapparats.

Hechingen, wohin das Wasser in Tonnen geführt wird. Auch daszum Trinken bestimmte Wasser wird jeden Morgen unter dem Was-serspiegel der Quellen in Flaschen gelullt und in das Kurhaus ge-bracht, in dessen Garten die Kranken promeniren.

Von den warmen Schwefelwassern, die hier zu verordnen sind,nenne ich:

1. Warmbrunn (s. S. 63). Man lässt die Kranken badenund mit Wannenbädern bei schwächlichen, reizbaren Personen be-ginnen, erst später zu den kräftigeren und aufregenderen Bassin-bädern übergehen. Im Beginne darf der Kranke nur eine Viertel-stunde im Bade verweilen, allmälig ist ein längerer Aufenthalt biszu einer Stunde zu gestatten. Da das Wasser innerlich nur vonsehr kräftigen Verdauungsorganen gut ertragen wird, die meistenKranken aber an dyspeptischen Beschwerden leiden, so ist der in-nere Gebrauch bei Unterleibsafl'ectionen nicht rathsam, sondern manverbindet mit der Badekur weit lieber den Gebrauch eines auflösen-den alcalisch-salinischen Wassers, wie des Marienbader Kreuz-brunnens, des Kissinger Ragoczi, des Homburger Elisabeth-brunnens, oder verordnet nüchtern einen oder zwei Becher Püll-naer Bitterwasser. ,

2. Die Aachener und Burtgchelder unteren schwe-felwasserstoffhaltigen Quellen (s. S. 60 u. 62), deren trefflicheWirkung wahrscheinlich dem reichen Gehalt an Salzen zuzuschrei-ben ist. Sie weichen in ihrer Wirkungsweise nicht von einander ab,jedoch eignen sich die ersteren mehr in Hautaffectionen auf haemor-rhoidaler Basis, die letzteren wo noch bedeutende Störungen in denUnterleibsorganen vorwalten, indem sie wegen ihres grösseren Ge-halts an Glaubersalz starke Ausleerungen hervorrufen.

Innerlich gebraucht, zeigt sich auch der Elisenbrunnen inAachen hier sehr wirksam, indem durch Vereinigung des Schwefels,der kohlensauren Alealien und des Kochsalzes mit der hohen Tem-peratur das Wasser eine bedeutende Beschleunigung des Stoffwech-sels hervorruft.

3. Bailen (bei Wien), (s. S. 65) ausgezeichnet dadurch, dasses Quellen von 1829° R. besitzt, die gleich bei ihrem Ausströmenaus der Erde benutzt werden können, ohne eine chemische Zer-setzung zu erleiden. Bei jungen, schwächlichen Individuen mit zar-ter Haut führt die durch den Gebrauch der Quellen beschleunigteCirculation in den Capillargefässen oft zu einer Blutung aus denHaemorrhoidalvenen, während dies bei kräftigen Individuen, deren