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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten des Digestionsapparats.

Bluts befördert, und eine vermehrte Gallenabsonderung bewirkt wer-den. Die Galle mit dem gebildeten Schwefeleisen wird mit denStühlen entleert. Die gleichzeitig vorhandene auf einfache Blutfiber-füllung beruhende Lebervergrösserung schreitet zurück. In dieserHinsicht verdienen die Schwefelwasser bei weitem den stärkerenSäuerlingen und selbst den glaubersalzhaltigen Wassern vorgezogenzu werden, weil sich unter deren Gebrauch erst der Schwefelwasser-stoff bilden muss.

Verhärtete Haemorrhoidalknoten werden weich und kleiner, wennman allgemeine liäder oder Sitzbäder von massiger Temperatur neh-men lässt, Clystire mit dem Schwefelwasser verordnet und von Zeitzu Zeit beim inneren Gebrauche kleine Dosen Glauber- oder Bitter-salz zum Mineralwasser hinzuzusetzen empfiehlt. Oft werden pro-fuse Blutungen nach dem Gebrauche der Schwefelthermen gemässigtoder gänzlich beseitigt, und dadurch einem langjährigen Uebel, wel-ches selbst den Stahlquellen trotzte, Schranken gesetzt.

Den kalten giebt man den Vorzug bei vollblütigen, reizbaren,erethischen Individuen, den warmen bei phlegmatischen, pastösen,wo ein grosser Torpor in den Functionen der Unterleibsorgane vor-waltet.

Im ersten Falle sende man den Kranken entweder:

1. Nach Xennilorr (s, S. 85). Die Trinkkur lässt man mit2 Bechern beginnen und steigt allmälig bis auf (> oder 8. Gewöhn-lich erfolgen nach den grösseren Dosen breiige Stühle, während diekleineren von 1 bis 2 Bechern Verstopfung verursachen; oft stellensich blutige Ausscheidungen ein oder die Knoten verschwinden. Wodie Verstopfung in den ersten Tagen nicht von selbst gehoben wird,lasse man kleine Dosen des Karlsbader Salzes hinzusetzen oder Cly-stire von Schwefelwasser appliciren. Wegen des Gehalts an schwe-felsaurer Kalkerde ist ein normales Vonstattengehen der Verdauungnothwendig und daher den Kranken eine genaue Befolgung der vor-geschriebenen Diät anzurathen. Zuweilen ist es nöthig, ein auflösen-des Mineralwasser dem Schwefelwasser zuzusetzen, oder beim Ge-brauche der Bäder das erster« allein trinken zu lassen.

Die Bäder werden in einer Temperatur von 24'27° R. genom-men. Nach dem Bade ist die Haut sammtartig, weich, warm undturgescirt; die Frequenz des Pulses, Herzschlages und der Athem-züge pflegt abzunehmen. Badeausschläge kommen selten vor, ge-wöhnlich sind es papulöse Exantheme. Sehr reizbare Personendürfen nur einen Tag um den anderen baden, die ersten Bäder nur