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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Krankheiten des Digestionsapparats.

setzen, als auch durch ihre restaurirende, den durch den lange an-haltenden Säfteverlust herbeigeführten Schwächezustand zu beseiti-gen und die Blutmischung zu verbessern im Stande sind. Jedochempfehle man dem Kranken als unerlässliche und unabweisbare Be-dingung des günstigen Erfolges, die strengste Diät und eine geregelteLebensweise.

8. Gallensteine. (Cholelithiasis.)

Die Gallensteinbildung ist als Folge einer krankhaften Be-schaffenheit der Galle zu betrachten. Eine sitzende und schwelge-rische Lebensweise, beim Genuss grosser Quantitäten von Spirituosen,die so häufig zu harnsauren Ablagerungen und Arthritis Veranlassunggiebt, führt auch zur Absonderung einer zähen, dickflüssigen Galle,aus der sich Concremente aus Cholestearin bilden. Eine eigenthüm-liche, constitutionelle Anlage, die ererbt sein kann, liisst sich in vie-len Fällen nicht verkennen. Gallensteine können lange Zeit in derGallenblase verweilen, ohne dass sich Symptome kundgeben, die aufeine Störung in der Excretion der Galle oder auf ein Leiden derLeber hindeuten. Ihre Gegenwart lässt sich aber vermuthen, wennvon Zeit zu Zeit heftige Anfälle tiefsitzender, stechender oder boh-render, auf eine umschriebene Stelle beschränkter Schmerzen unter-halb der Leber in der Nähe der Gallenblase oder Gallengänge auf-treten, in der Zwischenzeit ein dumpfer Schmerz vorhanden ist, öftersein Gefühl von Taubheit, Formication im rechten Arm oder Bein sicheinstellt und damit die Symptome der Polycholie und mannigfacheStörungen im Digestionsprocesse verbunden sind.

Als diagnostische Kennzeichen sind ferner anzuführen: die hef-tigen Schmerzen, die plötzlich auftreten, wenn ein Stein durch denductus cysticus oder choledochus tritt, und die sich von entzünd-lichen dadurch unterscheiden, dass sie gewöhnlich von Uebelkeit,Erbrechen, Dyspnoe, grosser Unruhe, Frostschauer und einem ohn-machtähnlichen Gefühle begleitet sind und nach kürzerer oder län-gerer Dauer oft plötzlich aufhören. In der Regel fehlen fieberhafteBewegungen. Bei mageren Kranken und bedeutender Grösse derSteine lassen sich diese auch durch die Bauchwandungen fühlen unddie gegenseitige Reibung ist mittelst des Stethoscops wahrzunehmen.

Die auflösenden Mineralwasser, die alcalischen sowohl wiedie salinisch-muriatischen, leisten auch in solchen Fällen guteDienste, indem durch ihre Vermittelung nicht nur die Zersetzung der