Gallensteine.
397
Kohlenhydrate und organischen Säuren beschleunigt, sondern auchdie gehemmte Fettsäurebildung regulirt wird. Sie scheinen auf dieGallenbereitung, die hier gestört ist, einen günstigen Einfluss auszu-üben. — Dass die Concremente durch Alealien aufgelöst werden, istsehr zweifelhaft, und wenn nach dem Gebrauche von alcalisehenMineralwassern die Gallensteine häufiger abgehen, so mag dieses aufder durch den reichlichen Wassergenuss gesteigerten Gallensecretionberuhen.
Bei sehr plethorischen Individuen mit activen Congestionen inden Unterleibsorganen, bei allgemeiner Gefässaufregung, erhöhterReizbarkeit des Nervensystems, vorherrschender Neigung zu Hy-peraemieen und Blattingen, dürfen nur die kalten Quellen, wie derKreuzbrunnen in 91 arl entlad und der Ragoczi in l4.l-.win-gen, verordnet werden; im entgegengesetzten Falle sind die Ther-men von Hiii-IhIiimI und Vi«-Iir zu empfehlen. Mit dem innerenGebrauche sind die Bäder zu verbinden, die besonders bei heftigenSchmerzanfällen Linderung schaffen. Auch leisten die Moorbäderund Moorcataplasmen auf den Unterleib gute Dienste. Dieletzteren sind jedoch bei plethorischen, sehr reizbaren Individuennicht rathsam.
Sehr oft pflegen sich schon einige Tage nach dem begonnenenGebrauche des Mineralwassers Colikanfälle einzustellen; daher istes gerathener, in Karlsbad anfangs die kühleren Quellen, z.B. denSchlossbrunnen, gebrauchen zu lassen, um die lösende Wirkungeinzuleiten, und vielleicht erst nach 14 Tagen zum Sprudel über-zugehen, der hier die erwünschten Heilresultate herbeifuhrt. SchonWährend der Kur gehen grosse Steine und sandähnliche pulverför-mige Massen mit den Excrementen ab. Bei alten Leuten oder durchlangjährige Leiden sehr Herabgekommenen warnt Fleckles vordem Gebrauche des Sprudels; hier sind nur die massig warmen,minder aufregenden Quellen: der Schloss-, Markt- und Mühl-brunnen indicirt.
De Carro (Essay on the mineral waters of Carlsbad. 1835.) sahschon nach einer dreitägigen Trinkkur zahllose Steine von der Grössekleinerer oder grösserer Erbsen abgehen, bei einem Kranken sogar 270binnen 24 Stunden, von gelber, einige auch von blauer Farbe. — InVichy beobachtete Petit den Abgang einer grossen Menge von Stei-nen nach vierzehntägigem Gebrauche des Wassers und der Bäder. Die-selben zeigten sich 8 bis 14 Tage lang in den Ausleerungen. Nach