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Handbuch der Balneotherapie : practischer Leitfaden bei Verordnung der Mineralquellen, Molken, Seebäder, climatischen Kurorte &c.
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Catarrh der Magenschleimhaut.

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wenn es auf Hebung des Ernährungsprocesses ankommt. Der inhohem Maasse beschleunigte Stoffwechsel, wie er durch kein anderesAgens so unvermerkt bewirkt wird, hat keine Vermehrung, sondernvielmehr eine Verminderung zweier Secretionsproducte: der Harn-und Phosphorsäure, zur Folge, und somit werden durch die Seeluftdie Ausgaben des Körpers nicht nur gedeckt, sondern es findet?sogareine neue Anbildung statt (Beneke: Ueber die Wirkungen des Nord-seebades. 1855.). Darauf beruht nun ihr grosser Vorzug vor anderenKuren, dass sie anstrengende körperliche Bewegung nicht nur nichterfordert, sondern sogar am wohltätigsten wirkt, wenn eine gewisseRuhe im gesammten Verhalten beobachtet wird. Dem innerlichenGebrauche von Mineralwassern ist sie deshalb vorzuziehen, weil siedein Organismus keine Stoffe einverleibt, die eines Theils von dengeschwächten Verdauungsorganen nicht vertragen werden könnten,andererseits der Anbildung neuen Materials, wie z.B. die Alealien,entgegen wirken.

Die Hader lasse man anfangs in der Temperatur von 25'24° II.nehmen, die nach und nach bis auf 20° und 18° R. erniedrigt, undwenn es möglich ist, vor dem Verlassen des Bades bis auf 16° R.herabgesetzt werden kann.

Die Dauer des Aufenthalts im Bade lasse man allmälig von 15und 20 Minuten bis auf eine, halbe und drei Viertelstunden ausdeh-nen, Kinder aber höchstens nur eine halbe Stunde im Bade ver-weilen.

Von der grössten Wichtigkeit ist die Diät, die der Arzt solchenKranken vorzuschreiben hat. Da durch fortwährende Bewegung imfreien der Appetit sehr gesteigert wird, das unvermeidliche Nah-''iingsbedürfniss die Kraft der Verdauungsorgane aber übersteigt unddie catarrhalische Affection der Schleimhaut durch die übermässigeAufnahme von Nahrungsmittelt) «ich verschlimmert, so müssen sichdie Kranken der möglichsten Ruhe in der erfrischenden Seeluft hin-geben, alle ermüdenden Spaziergänge unterlassen und nur jeden drit-ten Tag baden. Bei dieser Lebensweise können sie ihr Nahrungs-hedürfniss mit Maass befriedigen, geringe Quantitäten Wein gemessen,müssen aber alle schwerverdaulichen Speisen, wie fette Mehlspeisen,Seefische u. dgl., meiden.

Wo die Erscheinungen von Hypefaenüe und eines Reizzustandesder Schleimhaut in den Vordergrund treten, besonders Schmerzen inder Magengegend, eardialgische Anfälle vorhanden sind, wird man«ine Milchkur mit Nutzen verordnen in einer sauerstoffreichen, rei-